Bärbele- und Klausentreiben
Am Tag der Heiligen Barbara, dem 4. Dezember, verkleiden sich unverheiratete Frauen mit Masken und Lumpengewand. Mit lautem Schellengeläut und ausgestattet mit Reisigruten laufen die Bärbele durch die Dörfer und die Innenstadt von Sonthofen und verteilen Rutenhiebe an übermütige junge Männer. Am Abend des 5. und 6. Dezembers treiben dann wilde 'Rumpelklausen' ihr Unwesen.
Das Klausen - und auch das Bärbeletreiben ist ein wilder Brauch - für ganz kleine Kinder und auch Haustiere ist die Veranstaltung daher eher nicht geeignet.
Die Tradition des Bärbele- und Klausentreibens mag auf den ersten Blick wild und ungewöhnlich erscheinen, doch sie hat eine tiefere Bedeutung, die bis in alte Zeiten zurückreicht. Diese Bräuche dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Erhaltung von Traditionen und dem Zusammenhalt der Gemeinschaft. Durch das gemeinsame Feiern und das Einhalten von Ritualen wird das Wir-Gefühl gestärkt und die Verbundenheit unter den Einwohnern gefestigt.
In einer Zeit, in der viele alte Bräuche und Traditionen in Vergessenheit zu geraten drohen, ist es umso wichtiger, solche Veranstaltungen zu pflegen und zu bewahren. Sie erinnern uns daran, wo wir herkommen und wer wir sind, und vermitteln ein Gefühl von Kontinuität und Zugehörigkeit. Das Bärbele- und Klausentreiben mag zwar wild und ungestüm erscheinen, doch es hat eine tiefe symbolische Bedeutung, die weit über den Spaß und das Schellenkonzert hinausgeht.