Der Nino aus Wien zählt zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Musikszene. Als österreichischer Liedermacher und Literat, Amadeus Austrian Music Award-Gewinner und liebevoll als „Bob Dylan vom Praterstern“ bezeichnet, hat er mit seinem unverwechselbaren „Hirschstettner Soul“ eine ganz eigene musikalische Welt geschaffen. Seine Lieder sind poetisch, lakonisch, manchmal rau und dann wieder von großer Zärtlichkeit getragen. Sie erzählen vom Leben in Wien, von Beziehungen, vom Unterwegssein und vom genauen Hinschauen auf das Alltägliche.
Mit seinem neuen Album „endlich Wienerlieder“ wendet sich Nino Mandl bewusst seinen musikalischen Wurzeln zu. Bereits die erste Zeile „Es war ein langes Jahr, weil ich so langsam war“ gibt den Ton vor: reflektiert, persönlich und entschleunigt. Das Album ist seinem Großvater Rudolf Mandl gewidmet, der selbst als Wienerlied-Sänger aktiv war. Für Nino ist diese Veröffentlichung eine Hommage an seine familiäre Verbindung zur Wiener Musiktradition und zugleich eine sehr eigene Interpretation dieser Form. Es geht nicht um Nostalgie oder folkloristische Verklärung, sondern um eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit Herkunft, Erinnerung und Identität.
Ob der Nino tatsächlich von Heurigen zu Heurigen ziehen wird, um dort seine Lieder zu spielen, bleibt offen. Sicher ist jedoch, dass seine Songs tief in Wien verwurzelt sind und dennoch weit über die Stadtgrenzen hinaus wirken. „Endlich Wienerlieder“ ist geprägt von einer intensiven Beschäftigung mit seinem Lebensmittelpunkt, betrachtet aus unterschiedlichen Lebensphasen. Die Texte sind beobachtend und ehrlich, oft leise, manchmal humorvoll, immer aber von großer sprachlicher Präzision. Musikalisch bewegen sich die Stücke zwischen klassischem Liedermacher-Sound, feinen Pop-Momenten und Anklängen an das traditionelle Wienerlied.
Mit seiner AusWienBand kommt Nino Mandl nun erstmals nach Kempten. Das Publikum darf sich auf einen Abend freuen, der sowohl neue Songs als auch bekannte Stücke umfasst. Zu hören sein werden mehrere Nummer-eins-Hits aus den FM4-Charts ebenso wie Lieder aus seinem umfangreichen Repertoire, das er sonst gerne solo in kleinen Kneipen und Beisln präsentiert. In der Bandformation gewinnen die Songs zusätzliche Tiefe und Dynamik, ohne ihre Intimität zu verlieren.
Der Nino aus Wien ist aus der österreichischen Kulturlandschaft kaum mehr wegzudenken. Neben seiner eigenen Musik schreibt er auch für Theaterproduktionen und co-kuratierte 2018 das Wiener Popfest. Die Wiener Wochenzeitung Falter bezeichnete ihn als „den besten jungen Liedermacher des Landes“. Seine Musik ist längst Teil einer modernen Wiener Identität geworden, die Tradition und Gegenwart miteinander verbindet.
Auf der Bühne stehen Nino Mandl an Gitarre und Gesang, Raphael Sas an Gitarre, Gesang und Keys, pauT an Bass, Klarinette und Gesang sowie David Wukitsevits am Schlagzeug und Gesang. Gemeinsam gestalten sie einen Konzertabend, der poetisch, nahbar und tief mit Wien verbunden ist, dabei aber universelle Geschichten erzählt, die berühren und lange nachklingen.
In einer Zeit, in der kulturelle Identitäten zunehmend unter globalen Einflüssen verschwimmen, bietet Nino Mandls „endlich Wienerlieder“ eine Möglichkeit zur bewussten Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft. Die Frage, wie Traditionen in der modernen Welt bewahrt und zugleich neu interpretiert werden können, ist besonders relevant in einer Stadt wie Wien, die selbst ein Schmelztiegel aus Geschichte und Moderne darstellt. Nino gelingt es, die Wiener Musiktradition nicht nur zu bewahren, sondern ihr durch seine persönliche Perspektive neues Leben einzuhauchen. Dies schafft Raum für eine reflektierte Auseinandersetzung mit der Frage, was es bedeutet, in der heutigen Zeit Wiener oder Wienerin zu sein. Seine Lieder bieten nicht nur einen musikalischen, sondern auch einen emotionalen Ankerpunkt, der Zuhörer:innen ermutigt, sich mit ihrer eigenen Identität auseinanderzusetzen und die Bedeutung von Heimat neu zu definieren. 🌍
Der gesellschaftliche Beitrag von Nino Mandl liegt auch in seiner Fähigkeit, Menschen durch Musik zusammenzubringen und einen Dialog über kulturelle und persönliche Themen anzustoßen. Seine Auftritte sind nicht nur Konzerte, sondern auch Begegnungen, in denen die Zuhörer:innen die Möglichkeit haben, sich mit der Wiener Kultur und ihren eigenen Erfahrungen zu verbinden. Durch die Mischung aus persönlicher Geschichte und universellen Themen schafft Nino eine Atmosphäre des gemeinsamen Erlebens. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spaltungen immer deutlicher werden, ist es genau diese Art von kulturellem Austausch, die Gemeinschaft fördert und Verbindungen stärkt. 🎵