Der Uteruskomplex im Landestheater Schwaben Memmingen

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Ein Gerichtssaal als Bühne, persönliche Zeugnisse als Textgrundlage: „Der Uteruskomplex – ein Schauprozess“ im Landestheater Schwaben bringt im Rahmen des FREIheitsforums Memmingen ein Stück auf die Foyerbühne, das dokumentarisches Theater mit politischer Analyse verbindet. Am 5. und 6. März 2026 jeweils um 19.30 Uhr rückt Memmingen damit ein Kapitel lokaler und bundesweiter Rechtsgeschichte ins Zentrum der Öffentlichkeit. 🎭📚

Der Uteruskomplex im Landestheater Schwaben basiert auf Gesprächen mit Menschen, die von den sogenannten Memminger Prozessen betroffen waren. Angeklagt war der Gynäkologe Dr. Horst Theissen, der unter dem Verdacht stand, illegale Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen zu haben. Doch nicht nur er stand vor Gericht: 157 Patient:innen wurden zu intimsten Details ihrer Schwangerschaften, Beziehungen und Abbrüche befragt. Das Stück greift diese Aussagen auf und verknüpft sie mit heutigen Erfahrungen sowie dem rechtlich-politischen Diskurs. ⚖️

155 Jahre nach Einführung des §218 StGB zieht die Inszenierung Bilanz über Selbstbestimmungsrechte von Frauen in Deutschland. Dabei wird deutlich, wie eng individuelle Lebensrealitäten und juristische Rahmenbedingungen miteinander verflochten sind. Der dokumentarische Ansatz schafft Nähe zu den Betroffenen, ohne auf theatrale Zuspitzung zu verzichten. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen persönlicher Geschichte und gesellschaftlicher Debatte.

Produziert wurde das Stück vom Hystera Kollektiv mit Unterstützung des THEATER UNTERM DACH, Berlin. In Memmingen ist die Aufführung Teil des FREIheitsforums Memmingen, das gesellschaftliche Fragen im Kontext der „Stadt der Freiheitsrechte“ verhandelt. Veranstalter ist das Kulturamt Memmingen. 🏛️

Die Vorstellungen finden im Landestheater Schwaben, Theaterplatz 2, statt. Im Anschluss an die Aufführung im Studio ist ein Publikumsgespräch auf der Foyerbühne vorgesehen – ein Format, das den Austausch zwischen Ensemble und Publikum vertieft und Raum für Fragen und Perspektiven eröffnet. Damit wird die Veranstaltung über den Theaterabend hinaus zu einem Diskussionsforum. 🎤

Tickets sind an der Theaterkasse sowie online unter www.landestheater-schwaben.de erhältlich (Hinweis: Beim Online-Kauf fallen zzgl. 1,50 Euro PayPal-Gebühren an). Weitere Informationen zum FREIheitsforum Memmingen bietet die Website www.stadt-der-freiheitsrechte.de.

„Der Uteruskomplex – ein Schauprozess“ im Landestheater Schwaben setzt in Memmingen ein Zeichen für die Auseinandersetzung mit Rechtsgeschichte, Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Verantwortung – konzentriert, dokumentarisch und im direkten Dialog mit dem Publikum.

🔎 Wichtige Infos auf einen Blick

  • 🎭 Was? „Der Uteruskomplex – ein Schauprozess“ (Theaterstück von Marie Sophie Rautenberg & Hystera Kollektiv)

  • 📅 Wann? 5. und 6. März 2026, jeweils 19.30 Uhr

  • 📍 Wo? Landestheater Schwaben, Theaterplatz 2, Memmingen (Foyerbühne/Studio)

  • 🗣️ Besonderheit: Publikumsgespräch im Anschluss

  • 🎟️ Tickets: Theaterkasse oder online unter www.landestheater-schwaben.de (zzgl. 1,50 € PayPal-Gebühren beim Online-Kauf)

  • 🏛️ Veranstalter: Kulturamt Memmingen im Rahmen des FREIheitsforums Memmingen

  • ℹ️ Mehr Infos: www.stadt-der-freiheitsrechte.de

 
 
 
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In einer Welt, in der die Grenzen zwischen persönlicher Autonomie und gesetzlichen Regelungen immer wieder neu verhandelt werden müssen, wirft „Der Uteruskomplex – ein Schauprozess“ grundlegende Fragen über die Selbstbestimmung von Frauen auf. Das Theaterstück beleuchtet die historische und zeitgenössische Bedeutung des §218 StGB und zeigt auf, wie stark juristische Normen in persönliche Lebensentscheidungen eingreifen können. Gerade in einer Zeit, in der weltweit wieder vermehrt über Einschränkungen von Rechten diskutiert wird, ist diese Aufführung ein kraftvoller Beitrag zur Debatte über reproduktive Rechte. Die Inszenierung im Landestheater Schwaben lädt das Publikum ein, sich mit den komplexen Verflechtungen von Geschlechtergerechtigkeit, Recht und individueller Freiheit auseinanderzusetzen und dabei die eigene Haltung zu reflektieren.

Das Publikumsgespräch nach der Aufführung bietet eine wertvolle Gelegenheit, die dargestellten Themen im direkten Dialog weiter zu vertiefen. Diese Form der Interaktion fördert nicht nur den Austausch von Meinungen, sondern trägt auch zur Bildung einer informierten und engagierten Gemeinschaft bei. Es schafft einen Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und neue Einsichten entstehen können. Durch die direkte Auseinandersetzung mit den Inhalten des Stücks wird das Theater zu einem Ort des Lernens und der gesellschaftlichen Partizipation. Die Aufführung wird somit nicht nur zu einem künstlerischen, sondern auch zu einem politischen Ereignis, das die Zuschauer dazu anregt, ihre Rolle in der Gesellschaft kritisch zu hinterfragen und aktiv an der Gestaltung von Veränderung mitzuwirken.

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Ort:
Landestheater Schwaben, Memmingen