Ein Kinoabend, der Geschichten von Flucht, Widerstand und Ausdruckskraft sichtbar macht: Mit KINO ASYL im Colloseum Kino-Center Kempten präsentiert sich ein Filmfestival, das Perspektiven eröffnet – jenseits der gängigen Erzählungen über Migration und Herkunft. Die Filme stammen aus den Heimatländern junger Menschen mit Fluchterfahrung und werden von diesen selbst kuratiert. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr bei freiem Eintritt – begleitet von einem kleinen Buffet. 🍿🌍🎥
KINO ASYL im Colloseum Kino-Center Kempten ist mehr als eine Filmvorführung. Es ist ein Begegnungsraum, in dem kulturelle Vielfalt, persönliche Erzählungen und politisches Bewusstsein zusammenkommen. Hinter dem Projekt stehen die Diakonie Allgäu e.V. – Fachbereich Asyl & Migration – sowie das Evangelische Bildungswerk Südschwaben. Gemeinsam schaffen sie Raum für Stimmen, die selten gehört werden – und für Perspektiven, die unsere Sicht auf Herkunft und Identität verändern können. 🤝🎬🌐
Gezeigt werden drei Beiträge, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch durch ein zentrales Motiv verbunden sind: den Wunsch, gehört zu werden. Die ukrainisch-deutsche Produktion „Lost“ (17 Min) thematisiert innere Zerrissenheit und die Kraft der Entscheidung. „In diesem Jahr präsentiere ich eine Geschichte darüber, wie Angst unsere Entscheidungen beeinfluss und dass man sich selbst verliert, wenn man nicht auf sein Herz hört“, heißt es von der Kuratorin. Ein leiser, intimer Film – erzählt aus der Mitte einer biografischen Umbruchserfahrung. 🕊️🎞️💭
Hummam Eid – Wenn Kunst zur Botschaft wird (4 Min) führt nach Jordanien und stellt Musik als Widerstandskraft in den Fokus. Die Botschaft ist deutlich: „Wir reden wie immer nur über den Krieg, aber keiner hört zu: Deshalb hören wir heute mit Gefühl. Mit Musik kann man seine Seele zum Ausdruck bringen.“ Ein poetischer, verdichteter Beitrag, der in wenigen Minuten mehr sagt als so mancher Debattenabend. 🎶🧠🎧
Die dritte Produktion ist eine Langfassung: Bobi Wine, the People's President (113 Min) erzählt von einem Popstar, der in Uganda zum Hoffnungsträger der Demokratiebewegung wird. Die Dokumentation beleuchtet Bobi Wines Weg von den Ghettos Kampalas bis ins politische Zentrum eines autoritär geführten Staates. Mit eindrücklichen Bildern und einer klaren Haltung schildert der Film den Kampf gegen Unterdrückung und für freie Meinungsäußerung. Dabei schreckt er nicht vor drastischen Szenen zurück – eine inhaltliche Warnung vor Gewaltbildern ist gegeben. ✊📣📺
Der Veranstaltungsort, das Colloseum Kino-Center in Kempten, bietet für diesen Abend den passenden Rahmen: Ein öffentlicher Ort, an dem sich Menschen begegnen, austauschen und gemeinsam erleben können, wie Film zum Werkzeug des Verstehens wird. Die Atmosphäre bleibt bewusst niederschwellig – das kleine Buffet lädt zum Verweilen und zum Gespräch ein. 🏛️🥙👥
Die Veranstaltung richtet sich an ein breites Publikum: Menschen mit Fluchterfahrung, Engagierte, Neugierige – alle, die Film als kulturellen Resonanzraum begreifen. Durch die Beteiligung der Kurator*innen Nika & Diana, Ibrahim, Qwin Daisy & Dorah bekommt das Festival eine persönliche Handschrift, die Authentizität schafft – jenseits jeder Symbolik. 🙋♀️🌏🙋♂️
KINO ASYL im Colloseum Kino-Center Kempten versteht sich als Teil einer lebendigen Erinnerungskultur – und als Beitrag zu einem offenen Allgäu. Die Auswahl der Filme, die mehrsprachige Ausrichtung und die partizipative Struktur des Festivals sind Ausdruck eines Selbstverständnisses, das Kultur nicht als Konsum, sondern als Dialog begreift. 🎭📽️💬
Eintritt ist frei, Veranstalter sind die Diakonie Allgäu e.V. – Fachbereich Asyl & Migration und das Evangelische Bildungswerk Südschwaben. Die Adresse: Colloseum Kino-Center, Königstraße 3, 87435 Kempten. 🎟️📍📫
Ein Abend, der Fragen stellt, Empathie fördert – und das Kino zum Fenster in andere Lebenswelten macht.
Foto von Markus Spiske auf Unsplash