Liminal Zone im Kunsthaus Kaufbeuren

Die Sonderausstellung Liminal Zone im Kunsthaus Kaufbeuren präsentiert Werke der Künstler Jorge Queiroz, Andreas Eriksson und Aelita le Quément und rückt dabei das Konzept der Liminalität in den Mittelpunkt. Zum ersten Mal wird das Schaffen dieser drei Künstler im süddeutschen Raum institutionell und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Einige Arbeiten entstanden exklusiv für die Ausstellung in Kaufbeuren und thematisieren die Idee von Schwellenzuständen und Übergängen, die in Kunst, Leben und Natur zu finden sind.

Jorge Queiroz, geboren 1966 in Lissabon, entführt den Betrachter in ein traumhaftes Universum, das zwischen Realität und Fiktion schwebt. Seine Werke, die mit einer Vielzahl von Techniken von Gouache bis hin zu Collagen auf Leinwand und Papier entstehen, zeichnen sich durch eine geheimnisvolle Mehrdeutigkeit aus. Queiroz' Werke wirken wie ein Bühnenbild eines geistigen Theaters, in dem Figuren, Drachen und surreale Wesen ihren Auftritt haben. Trotz der visuell überbordenden Szenerien bleibt nichts dem Zufall überlassen - sein kreativer Prozess ist präzise inszeniert und durchdacht.

Andreas Eriksson, 1975 in Björsäter geboren, zeigt Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen, die das Verhältnis des Menschen zur Natur in einer meditativen Form erforschen. Eriksson abstrahiert Naturphänomene und schafft dadurch Arbeiten, die zwischen Ruhe und detailreicher Aufmerksamkeit oszillieren. Die Landschaft wird zu einem künstlerischen Ausgangspunkt, den der Künstler durch Abstraktion und Verfremdung zu etwas Neuem erhebt. Seine Werke bilden damit einen ruhigen Gegenpol zur oft lauten Kunstwelt und laden zum kontemplativen Verweilen ein.

Die 1999 geborene Aelita le Quément aus Saint-Cloud fügt sich mit ihren humorvoll-abgründigen Gemälden in den Ausstellungstrialog ein. Ihre Arbeiten, die sowohl Einflüsse des Expressionismus als auch des Surrealismus verarbeiten, erkunden Themen wie Geschlechtsidentität und emotionale Instabilität. Protagonisten in verzerrten Posen oder skurrilen Umgebungen stehen oft im Zentrum ihrer Erzählungen, die Fragen aufwerfen und mit Mehrdeutigkeit spielen. Le Quéments Werke verwischen die Grenze zwischen Realität und Fiktion, während sie den Betrachter in eine surreale Bildwelt eintauchen lassen.

Kuratiert von Jan T. Wilms, reflektiert Liminal Zone die faszinierende Bandbreite künstlerischer Auseinandersetzungen mit liminalen Phänomenen. Die Veranstaltung wird von einer zweisprachigen Publikation begleitet, die nicht nur die Werke der Ausstellung dokumentiert, sondern auch einen umfassenden Einblick in das Schaffen der drei Künstler gibt.

Bild: Kunsthaus Kaufbeuren

Planet Allgäu empfiehlt diese Veranstaltung:

Liminalität als Konzept in der Kunst bietet eine einzigartige Möglichkeit, die Zwischenräume und Übergänge in unserem eigenen Leben zu reflektieren. Die Arbeiten von Queiroz, Eriksson und le Quément laden dazu ein, sich mit den unsicheren und unsichtbaren Grenzen auseinanderzusetzen, die unser Dasein prägen. In einer Zeit, in der Veränderungen und Transformationen allgegenwärtig sind, kann die Auseinandersetzung mit liminalen Zuständen eine wertvolle Quelle für Selbsterkenntnis und Wachstum sein. Die Werke der Künstler regen dazu an, die Komplexität und Vielschichtigkeit des Lebens zu akzeptieren und sich mit den ungewissen Momenten des Übergangs zu versöhnen. Die Sonderausstellung Liminal Zone im Kunsthaus Kaufbeuren bietet somit nicht nur eine ästhetische Erfahrung, sondern auch eine Möglichkeit zur inneren Reflexion und zum Dialog über die Brüche und Verbindungen in unserer Gesellschaft.

 
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Ort:
Kunsthaus, Kaufbeuren
Eintritt:
ab 1 EUR