Literaturfestival Allgäu-Schwaben in Oberstaufen

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Josefine Gauck erzählt eine zutiefst berührende Geschichte über Familie, Mut und die Entscheidung, das Leben radikal neu zu denken. Im Mittelpunkt steht ihre Tochter Pauli, deren Sehkraft von Geburt an stark eingeschränkt ist und mit großer Wahrscheinlichkeit weiter abnehmen wird. Als die Diagnose feststeht, dass Pauli möglicherweise eines Tages ganz erblinden könnte, stellt sich für die Familie eine existenzielle Frage: Wie kann man einem Kind möglichst viel von der Welt zeigen, solange es noch sehen kann?

Anstatt sich von Angst und Unsicherheit lähmen zu lassen, entscheiden sich Josefine Gauck und ihr Mann für einen ungewöhnlichen Weg. Gemeinsam mit ihren drei Kindern brechen sie zu einer einjährigen Reise auf. Sie verabschieden sich von festen Strukturen, von Planbarkeit und Sicherheiten und tauschen sie gegen Spontaneität, Offenheit und Vertrauen ein. Ihr Zuhause wird ein Camper, ihr Alltag bestimmt von wechselnden Orten, neuen Begegnungen und intensiven Erfahrungen. Bilder, Farben, Landschaften und Gesichter gewinnen eine besondere Bedeutung, denn niemand weiß, wie viel Zeit Pauli noch bleibt, um all das mit ihren Augen wahrzunehmen.

Die Familie reist durch verschiedene Länder, arbeitet auf Biofarmen, hütet Häuser und kümmert sich um Haustiere. Sie lebt einfach, nah an der Natur und fernab gewohnter Routinen. Jede Begegnung, jeder Sonnenaufgang, jede neue Farbe wird bewusst erlebt und gespeichert. Dabei geht es nicht nur darum, Erinnerungen zu sammeln, sondern auch darum, als Familie zusammenzuwachsen und neue Formen des Miteinanders zu finden. Die Reise wird zu einem intensiven Lernprozess für alle Beteiligten, voller Herausforderungen, Zweifel, aber auch voller Glück und unerwarteter Leichtigkeit.

Mit großer Sensibilität und Offenheit beschreibt Josefine Gauck, wie die lebensverändernde Diagnose ungeahnte Kräfte freisetzt. Sie schreibt von der Angst vor der Zukunft, aber auch von der Entscheidung, sich nicht von dieser Angst bestimmen zu lassen. Stattdessen rückt das Hier und Jetzt in den Mittelpunkt. Die Autorin zeigt, wie aus einer Situation, die zunächst als Verlust erscheint, eine neue Klarheit entsteht darüber, was wirklich zählt. Es ist eine Geschichte über Abschied und Neubeginn zugleich, über das Loslassen von Kontrolle und das Vertrauen in den eigenen inneren Kompass.

Der Abend bietet Einblicke in eine sehr persönliche Erfahrung, die zugleich viele allgemeine Fragen berührt. Wie gehen wir mit Unsicherheit um? Was bedeutet Familie in Zeiten der Krise? Und wie kann es gelingen, trotz schwieriger Umstände Freude, Sinn und Verbundenheit zu finden? Josefine Gauck erzählt ruhig, ehrlich und ohne Pathos, sodass Raum für eigene Gedanken und Emotionen entsteht.

Josefine Gauck wurde 1986 in Rostock geboren und verließ 1987 mit ihren Eltern die DDR. Sie wuchs in Hamburg auf, studierte Medizin, heiratete und wurde Mutter von drei Kindern. Als ihr jüngstes Kind mit einer Sehbehinderung zur Welt kam, begann sie, sich intensiv mit Fragen von Achtsamkeit, Resilienz und innerer Stärke auseinanderzusetzen. Sie ließ sich zur Yoga- und Atemlehrerin, Notfallseelsorgerin sowie Kinder- und Jugendcoach ausbilden. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Hamburg. Ihre Geschichte ist ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie Liebe, Mut und Offenheit selbst in herausfordernden Situationen neue Wege eröffnen können.

 

Hier gibts Tickets: https://lfas.de/tickets/

 

Foto: Privat

Planet Allgäu empfiehlt diese Veranstaltung:

In einer zunehmend unübersichtlichen Welt, in der Unsicherheiten und Krisen allgegenwärtig erscheinen, bietet die Geschichte von Josefine Gauck eine inspirierende Perspektive auf den Umgang mit Herausforderungen. Die Entscheidung, mit ihrer Familie auf eine Reise ins Unbekannte zu gehen, anstatt sich von den Ängsten und Diagnosen lähmen zu lassen, wirft eine grundlegende Frage auf: Wie können wir in Zeiten des Wandels und der Ungewissheit Hoffnung und Gestaltungswillen bewahren? Gaucks Erzählung illustriert, wie der bewusste Verzicht auf Kontrolle und die Hingabe an den Moment nicht nur persönliche Resilienz stärken, sondern auch das Fundament für ein solidarisches Miteinander innerhalb der Familie und darüber hinaus schaffen können. 🌍

Diese Geschichte lädt das Publikum ein, über die eigene Lebensführung nachzudenken und die Bedeutung von Flexibilität und Offenheit in der heutigen Gesellschaft zu hinterfragen. In einer Zeit, in der viele Menschen nach Stabilität suchen, zeigt Gauck, dass wahre Stärke oft im Loslassen von festen Strukturen liegt. Der Mut, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben und sich den Herausforderungen des Lebens mit offenem Herzen zu stellen, kann transformative Erfahrungen hervorbringen, die weit über die persönliche Ebene hinausreichen. Indem sie ihre Geschichte teilt, trägt Gauck zur Förderung eines gesellschaftlichen Diskurses bei, der Achtsamkeit, Empathie und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellt. Ihre Erlebnisse sind ein Plädoyer für ein Leben, das von Mut und Vertrauen in die Möglichkeiten des Unbekannten geprägt ist. 🌟

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