Literaturfestival Allgäu-Schwaben in Wildpoldsried

Mit „Engel auf vier Pfoten“ lädt Rainer Maria Schießler zu einer warmherzigen, humorvollen und zugleich nachdenklichen Begegnung mit jenen Wesen ein, die unser Leben oft still begleiten und doch so viel bedeuten: den Tieren. Der beliebte Münchner Pfarrer erzählt von seiner lebenslangen Verbundenheit zu ihnen und davon, wie sehr Tiere Trost, Freude und Sinn stiften können – ganz ohne große Worte.

Schon in seiner Kindheit verbrachte Rainer Maria Schießler viel Zeit bei Verwandten auf einem Bauernhof im Allgäu. Dort entstand früh seine Liebe zu Tieren. Der Wunsch nach einem eigenen Hund oder einer Katze begleitete ihn lange und erfüllte sich schließlich im Erwachsenenalter. Heute gehören beide selbstverständlich zu seinem Leben, zuletzt auch seine französische Bulldogge Pia. Mit feinem Humor erzählt Schießler von diesen tierischen Weggefährten, von ihren Eigenheiten, ihrer Treue und ihrer besonderen Art, Menschen zu berühren. Selbst auf seiner Autogrammkarte zeigt er sich augenzwinkernd mit einer Schildkröte im Arm, die genauso alt ist wie er. „Wir sind nicht nur verdammt alt, sondern wir sehen auch verdammt gut aus“, sagt er dazu – und bringt damit seine lebensfrohe, selbstironische Haltung auf den Punkt.

Die kleinen „tierischen Engel“ liegen Schießler so sehr am Herzen, dass sie längst Teil seines seelsorgerischen Alltags geworden sind. In der Münchner Kirche St. Maximilian hält er regelmäßig sogenannte Viecherlmessen. Mehrere hundert Menschen kommen mit ihren Haustieren, um sie segnen zu lassen. Hunde, Katzen, Hasen und andere tierische Begleiter stehen dann ganz selbstverständlich mitten im Kirchenraum. Diese besonderen Gottesdienste zeigen, wie ernst Schießler die Beziehung zwischen Mensch und Tier nimmt und wie sehr er sie als Quelle von Nähe, Verantwortung und Mitgefühl versteht.

In seinem Buch schreibt er nicht belehrend, sondern persönlich und zugewandt. Aus eigenen Erfahrungen weiß er, wie viel Glück, Halt und Trost Tiere schenken können – gerade in schwierigen Zeiten. Er erzählt lustige, rührende und spannende Geschichten, mal leise, mal herzlich komisch, immer mit einem feinen Blick für das Wesentliche. Allen Erzählungen ist eines gemeinsam: Eine tierische Hauptrolle, die mehr sagt als viele Worte.

Rainer Maria Schießler, Jahrgang 1960, stammt aus dem Münchner Stadtteil Laim und ist seit über 30 Jahren Pfarrer an St. Maximilian im Glockenbachviertel. Er ist ein Seelsorger mit Bodenhaftung und Herz, der den Menschen auf Augenhöhe begegnet. Seine mediale Präsenz verdankt er nicht dem Drang nach Aufmerksamkeit, sondern seiner Fähigkeit, Sprache klar, direkt und berührend einzusetzen. Gleichzeitig schätzt er die Stille, den Rückzug und das ehrliche Gespräch im kleinen Kreis.

Schießler verkündet das Evangelium ohne Pathos, aber mit Tiefe. Ihm geht es nicht ums Rechtbehalten, sondern ums Verstehen. Seine Authentizität ist Ausdruck eines Glaubens, der mitten im Leben wurzelt. Wer ihm zuhört, spürt schnell: Hier spricht einer, der meint, was er sagt – und lebt, was er glaubt. „Engel auf vier Pfoten“ ist genau davon geprägt und lädt dazu ein, das eigene Leben und die tierischen Begleiter darin neu zu betrachten.

 

Tickets gibts hier: https://lfas.de/tickets/

 

Foto: Susanne Krauss

Planet Allgäu empfiehlt diese Veranstaltung:

Die Art und Weise, wie Rainer Maria Schießler die Beziehung zwischen Mensch und Tier in den Mittelpunkt rückt, verweist auf eine tief verwurzelte Sehnsucht nach authentischen Verbindungen in einer zunehmend digitalisierten Welt. In einer Zeit, in der menschliche Beziehungen oft durch die Schnelllebigkeit sozialer Medien und den Druck zur ständigen Erreichbarkeit geprägt sind, bieten Tiere eine unverfälschte Form der Interaktion. Sie erinnern uns daran, dass wahre Nähe und Verbundenheit nicht unbedingt durch Worte, sondern durch gemeinsame Erlebnisse und stille Gesten entstehen. Diese Botschaft ist besonders in urbanen Umgebungen von Bedeutung, in denen Isolation und Einsamkeit trotz physischer Nähe zunehmen. Die Viecherlmessen in der Münchner Kirche St. Maximilian sind Ausdruck eines kollektiven Bedürfnisses nach Gemeinschaft und gegenseitigem Verständnis, das durch die Anwesenheit der Tiere noch verstärkt wird.

Schießlers Ansatz, Tiere als „Engel auf vier Pfoten“ zu sehen, eröffnet zudem einen wichtigen Diskurs über Verantwortung und Empathie in unserer Gesellschaft. Indem er Tiere als vollwertige Mitglieder unserer Lebensgemeinschaft anerkennt, sensibilisiert er für den respektvollen Umgang mit allen Lebewesen und die ethischen Verpflichtungen, die wir ihnen gegenüber haben. Diese Perspektive ist insbesondere in einer Zeit von Bedeutung, in der ökologische und ethische Fragen rund um den Tierschutz immer dringlicher werden. Schießlers Erzählungen ermutigen dazu, Mitgefühl nicht nur als individuellen Wert, sondern als gesellschaftliche Notwendigkeit zu begreifen, die unser Handeln leitet und eine Brücke zwischen unterschiedlichen Lebenswelten schlägt.

 
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Ort:
Dorfsaal Wildpoldsried