Orte, Personen und Spuren der NS-Zeit stehen im Mittelpunkt des Stadtrundgangs „Es geschah genau hier.“ in Kempten. Die zweistündige Führung beginnt am Samstag, 7. November 2026, um 11 Uhr am Brunnen auf dem August-Fischer-Platz beim Forum und führt zu Orten, die unmittelbar mit der Geschichte des Nationalsozialismus in Kempten verbunden sind.
Beim Stadtrundgang zum Nationalsozialismus in Kempten werden verschiedene Perspektiven auf die damalige Stadtgesellschaft betrachtet. Vorgestellt werden jüdische Opfergruppen und weitere ideologisch verfolgte Kemptener ebenso wie Täter. Auch Orte des NS-Verwaltungsapparats und des Militärs gehören zu den Stationen der Führung.
Ziel ist es, ein möglichst realistisches Bild der damaligen Stadtbevölkerung zu vermitteln. Deshalb beschränkt sich der Rundgang nicht auf eine einzelne Perspektive, sondern betrachtet unterschiedliche Erfahrungen und Rollen innerhalb der Stadtgesellschaft. Historische Orte in Kempten werden dabei mit den jeweiligen Zusammenhängen der NS-Zeit verbunden. 🏛️
Die Führung wurde im Zuge der aktiven Aufarbeitung der NS-Zeit in Kempten konzipiert. Beteiligt waren das Kulturamt und Tourismus Kempten sowie zwei Fachleute mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Anja Schuller-Müller M.A. und Karin Lucke-Huss M.A.
Anja Schuller-Müller M.A. ist freie Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau und als Expertin für NS-Geschichte und Holocaust Education tätig. Karin Lucke-Huss M.A. arbeitet als Stadtführerin, Reiseleiterin und Buchautorin. Beide waren an der Konzeption des Stadtrundgangs beteiligt. 📚
Der Titel „Es geschah genau hier.“ verweist auf den konkreten Ortsbezug der Führung. Die Geschichte des Nationalsozialismus wird nicht ausschließlich anhand allgemeiner historischer Entwicklungen behandelt, sondern an Schauplätzen in Kempten verortet. Dadurch werden die Ereignisse und Strukturen mit der Stadtgeschichte verbunden.
Zu den behandelten Personengruppen gehören jüdische Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt wurden, sowie weitere Kemptener, die aus ideologischen Gründen verfolgt wurden. Gleichzeitig werden auch Täter betrachtet. Diese Gegenüberstellung verschiedener Rollen soll die damalige Stadtgesellschaft in ihrer unterschiedlichen Beteiligung und Betroffenheit darstellen.
Ein weiterer Bestandteil sind die Orte des NS-Verwaltungsapparates und des Militärs. Damit richtet sich der Blick nicht nur auf individuelle Schicksale, sondern auch auf institutionelle Strukturen und deren Bedeutung innerhalb der nationalsozialistischen Herrschaft.
Der Rundgang richtet sich an Interessierte ab 14 Jahren. Die Gruppengröße ist auf jeweils 25 Teilnehmende begrenzt. Für den Termin am 7. November ist eine Online-Buchung möglich. 📝
Treffpunkt ist der Brunnen auf dem August-Fischer-Platz am Forum in Kempten. Von dort startet die zweistündige Stadtführung. Wer teilnimmt, sollte daher zum angegebenen Beginn um 11 Uhr am Treffpunkt sein.
Die Veranstaltung ist den Führungen im Bereich Ausstellungen zugeordnet. Inhaltlich verbindet sie Stadtgeschichte mit der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Aufarbeitung der NS-Zeit in Kempten.
Der Stadtrundgang bietet damit einen lokalgeschichtlichen Zugang zu einer Epoche, deren Auswirkungen auch in Kempten an konkreten Orten und anhand persönlicher Lebensgeschichten nachvollziehbar werden. Die verschiedenen Perspektiven sind dabei ausdrücklich Teil des Konzepts.
🔎 Wichtige Infos auf einen Blick
📚 Was? Stadtrundgang zum Nationalsozialismus „Es geschah genau hier.“
📅 Wann? Samstag, 7. November 2026
⏰ Uhrzeit: 11:00 Uhr
⌛ Dauer: 2 Stunden
📍 Treffpunkt: Brunnen auf dem August-Fischer-Platz am Forum, 87435 Kempten
👥 Gruppengröße: Je 25 Teilnehmende
🔞 Altersempfehlung: Ab 14 Jahren
📝 Buchung: Online buchbar
🏛️ Themen: NS-Geschichte Kemptens, jüdische Opfergruppen, weitere Verfolgte, Täter, NS-Verwaltung und Militär
👩🏫 Konzeption: Kulturamt und Tourismus Kempten in Zusammenarbeit mit Anja Schuller-Müller M.A. und Karin Lucke-Huss M.A.
Der Stadtrundgang zum Thema Nationalsozialismus in Kempten bietet nicht nur historische Einblicke, sondern regt auch zum Nachdenken über die dunklen Kapitel der Vergangenheit an. Durch die Auseinandersetzung mit den Orten, die eng mit der Geschichte des Nationalsozialismus verbunden sind, wird den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben, sich mit den Schrecken der Vergangenheit auseinanderzusetzen und zu reflektieren. Gerade in der heutigen Zeit, in der rechtsextreme Tendenzen wieder auf dem Vormarsch sind, ist es wichtiger denn je, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und aus ihr zu lernen.
Die kostenlose Führung, die durch die finanzielle Unterstützung des Rotary Club Kempten ermöglicht wird, leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur und zur Sensibilisierung für die Gefahren von Extremismus und Rassismus. Indem die Teilnehmenden die Möglichkeit erhalten, sich aktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen, wird ein Bewusstsein für die Bedeutung von Toleranz, Respekt und dem Schutz von Minderheiten geschaffen. Dieser Stadtrundgang ist somit nicht nur eine historische Bildungsmaßnahme, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und zur Prävention von extremistischen Tendenzen.