Die Dreigroschenoper im Stadttheater Kempten

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Korruption, Geschäftemacherei und kriminelle Machtkämpfe bestimmen das Geschehen in Bertolt Brechts und Kurt Weills „Die Dreigroschenoper“. Die Eigenproduktion des Theaters in Kempten kehrt Ende Dezember auf die Bühne zurück: Am Sonntag, 27. Dezember, um 18 Uhr beginnt die Wiederaufnahme im Stadttheater. Weitere Vorstellungen folgen am 30. und 31. Dezember sowie am 2. und 3. Januar. Neu dabei ist der Türgerchor, der die bestehende Inszenierung erweitert.

London, Soho, im Jahr 1928: Hier bewegen sich Bettler und Gangster in einer Welt, in der Geschäfte, Einfluss und persönliche Beziehungen eng miteinander verflochten sind. Jonathan Peachum organisiert eine Bettlermafia, während Gangsterboss Mackie Messer seinen eigenen Interessen nachgeht. Als Mackie Peachums Tochter Polly heiratet, geraten die beiden Geschäftsmänner aneinander. Ihre Machtbereiche müssen neu ausgehandelt werden – und aus persönlichen Verbindungen wird ein Konflikt um Einfluss und Kontrolle.

Ein Klassiker über Macht und Moral

Die Dreigroschenoper entstand nach John Gays „The Beggar’s Opera“. Bertolt Brecht schrieb den Text, Kurt Weill komponierte die Musik, Elisabeth Hauptmann wirkte an der Entstehung mit. Das Stück verbindet gesellschaftskritisches Theater mit Musik und stellt eine Welt dar, in der moralische Grenzen hinter wirtschaftlichen Interessen zurücktreten.

Brecht war gerade 30 Jahre alt, als er gemeinsam mit Weill die kapitalismuskritische Oper entwickelte. Sein Anspruch war, ein Werk zu schaffen, das den Prunk der etablierten Opernwelt aufgreift und zugleich deren gesellschaftliche Voraussetzungen hinterfragt. Die Oper sollte, wie es in der Beschreibung heißt, „so prunkvoll gedacht“ sein, „wie nur Bettler sie erträumen“, und zugleich so erschwinglich, dass Bettler sie bezahlen können.

Diese Spannung prägt das Stück bis heute. Die Figuren handeln nicht nach einem einfachen Gegensatz von Gut und Böse. Vielmehr zeigt die Handlung eine Gesellschaft, in der Ausbeutung, Korruption und Machtstreben zum Alltag gehören. Wer erfolgreich sein will, muss die Regeln dieses Systems kennen – und bereit sein, sie für die eigenen Zwecke zu nutzen.

Mackie Messer, Peachum und ein gefährliches Geschäft

Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Männer, deren Geschäftsmodelle auf unterschiedlichen Seiten der Gesellschaft angesiedelt sind und sich doch erstaunlich ähnlich funktionieren. Jonathan Peachum kontrolliert die organisierte Bettelwirtschaft. Mackie Messer ist ein Gangsterboss, der seine eigenen Interessen mit Nachdruck verfolgt. Beide wissen, wie sich Menschen und Beziehungen für geschäftliche Zwecke einsetzen lassen.

Die Heirat von Mackie und Polly bringt die bestehende Ordnung durcheinander. Peachum und Mackie treffen unmittelbar aufeinander, und die Frage nach Einfluss und Zuständigkeiten wird zum offenen Machtkampf. Aus dem familiären Konflikt entwickelt sich eine Auseinandersetzung, in der geschäftliche Interessen und persönliche Beziehungen untrennbar miteinander verbunden sind.

Die bekannten Songs und die prägnante Sprache verleihen dem Geschehen eine eigene Wirkung. Besonders die Zeile „Der Haifisch, der hat Zähne“ steht für eine Welt, in der Gefährlichkeit und Rücksichtslosigkeit hinter einer scheinbar eingängigen Melodie hervortreten. Die Musik ist dabei nicht bloß Begleitung der Handlung, sondern ein wesentlicher Bestandteil der gesellschaftlichen Satire.

Die Kemptener Produktion kehrt zurück

Die Inszenierung des Theaters in Kempten war bereits 2025 ein Publikumserfolg. Nun wird die Eigenproduktion erneut gezeigt – diesmal mit dem Türgerchor. Damit erhält die Wiederaufnahme eine zusätzliche Ensemblekomponente.

Die Inszenierung verantwortet Silvia Armbruster. Michael S. Kraus gestaltet Bühne und Kostüm, die musikalische Leitung liegt bei Philip Tilotson. Zur Besetzung gehören Nicole Baumann, Emily Mrosek, Antonia Welke, Marco Beck, Florian Peters und Hans Piesbergen. Gemeinsam mit dem Orchester und dem Türgerchor bringen sie Brechts und Weills Werk erneut auf die Bühne.

Die Aufführungen finden im Stadttheater Kempten statt. Für die Vorstellungen am 27. und 30. Dezember sowie am 2. und 3. Januar liegen die Ticketpreise zwischen 22 und 58 Euro. Für Silvester, Donnerstag, 31. Dezember, gelten Preise zwischen 30 und 66 Euro. Die Spieldauer beträgt rund zwei Stunden und 35 Minuten inklusive Pause. Empfohlen ist die Aufführung ab 15 Jahren; eine Einführung beginnt jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Fünf Vorstellungen zum Jahreswechsel

Die Wiederaufnahme beginnt am Sonntag, 27. Dezember, um 18 Uhr. Am Mittwoch, 30. Dezember, folgt eine Vorstellung um 20 Uhr. An Silvester steht das Stück um 18 Uhr auf dem Spielplan. Im neuen Jahr wird es am Samstag, 2. Januar, um 19 Uhr und am Sonntag, 3. Januar, um 18 Uhr gezeigt.

Mit der Rückkehr der „Dreigroschenoper“ setzt das Theater in Kempten auf einen Klassiker, dessen Themen über die Entstehungszeit hinausreichen. Die Verbindung von Musik, scharf gezeichneten Figuren und Gesellschaftskritik macht das Werk zu einer Auseinandersetzung mit wirtschaftlicher Macht und menschlichem Verhalten. Die erneute Aufführung bietet die Gelegenheit, die Kemptener Inszenierung mit dem erweiterten Ensemble und dem Türgerchor zu erleben.

🔎 Wichtige Infos auf einen Blick

  • 🎭 Was? „Die Dreigroschenoper“ – Eigenproduktion des Theaters in Kempten

  • 📍 Wo? Stadttheater Kempten

  • 🎬 Inszenierung: Silvia Armbruster

  • 🎨 Bühne und Kostüm: Michael S. Kraus

  • 🎼 Musikalische Leitung: Philip Tilotson

  • 🎤 Mitwirkende: Nicole Baumann, Emily Mrosek, Antonia Welke, Marco Beck, Florian Peters, Hans Piesbergen, Orchester und Türgerchor

  • ⏱️ Dauer: 2 Stunden 35 Minuten inklusive Pause

  • 🔞 Altersempfehlung: Ab 15 Jahren

  • ℹ️ Einführung: 45 Minuten vor Beginn

Vorstellungstermine und Eintrittspreise

  • 📅 Sonntag, 27. Dezember, 18:00 Uhr: 22,00–58,00 € – Tickets · iCal

  • 📅 Mittwoch, 30. Dezember, 20:00 Uhr: 22,00–58,00 € – Tickets · iCal

  • 📅 Donnerstag, 31. Dezember, 18:00 Uhr: 30,00–66,00 € – Tickets · iCal

  • 📅 Samstag, 2. Januar, 19:00 Uhr: 22,00–58,00 € – Tickets · iCal

  • 📅 Sonntag, 3. Januar, 18:00 Uhr: 22,00–58,00 € – Tickets · iCal

Bild von Tung Lam auf Pixabay

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Ort:
Stadttheater, Kempten