FEMALE – Heldinnen der Musikgeschichte auf der Bühne
Über Jahrhunderte hinweg waren Frauen vor allem eines: Musen. Sie inspirierten Kunst und Musik, standen Modell, gaben Impulse – doch selbst künstlerisch tätig zu sein, galt lange als unpassend oder gar undenkbar. Musik zu komponieren, öffentlich aufzutreten oder eine künstlerische Karriere zu verfolgen, war für Frauen ebenso ungewöhnlich wie Politik zu machen, Fußball zu spielen oder Flugzeuge zu fliegen. Das „Zur-Welt-Bringen“ wurde ihnen als natürliche Domäne zugeschrieben, kreatives Schaffen hingegen häufig abgesprochen. Und dennoch haben Frauen, trotz gesellschaftlicher Widerstände, Musik von individueller Schönheit und großer Ausdruckskraft geschaffen.
Das Programm FEMALE rückt genau diese Frauen in den Mittelpunkt. Es erzählt von Musikerinnen, die ihrer Berufung gefolgt sind, Hürden überwunden und eigene Wege beschritten haben – oft gegen erhebliche Widerstände. Auch heute, in Zeiten von Gleichstellungsdebatten, Quotenregelungen und Genderdiskussionen, sind Frauen in der Musikgeschichte weniger sichtbar, als sie es angesichts ihres Wirkens eigentlich sein müssten. FEMALE setzt diesem Ungleichgewicht ein künstlerisches Zeichen entgegen.
Hildegard von Bingen, Alma Mahler, Nina Simone, Kate Bush, Bessie Smith oder Ma Rainey stehen exemplarisch für viele weitere Frauen, deren Leben und Werk im Programm aufgegriffen werden. Einige von ihnen wurden zu Lebzeiten gefeiert, andere gerieten in Vergessenheit oder erfuhren erst spät Anerkennung. Allen gemeinsam ist, dass sie Grenzen überschritten und ungeahnte Gipfel erklommen haben. Ihre Musik entstand nicht trotz, sondern oft gerade wegen der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert waren.
Im Programm FEMALE begegnen sich Heldinnen aus Mittelalter und Klassik, Pionierinnen des Blues, „Women in Jazz“ sowie zeitgenössische Songwriterinnen. Diese unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen werden zu einem musikalischen Panorama verwoben, das die Vielfalt weiblichen Schaffens eindrucksvoll sichtbar macht. Gemeinsam mit Stefanie Boltz betreten diese Künstlerinnen symbolisch die Bühne und treten in einen Dialog über Zeit, Herkunft und Ausdruck.
Stefanie Boltz und ihr Trio verfolgen dabei bewusst einen eigenen Weg. Statt einer chronologischen Aufzählung entstehen collagierte Momentaufnahmen aus Leben und Zeit der porträtierten Musikerinnen. Texte, Musik und atmosphärische Bilder bringen deren Biografien, Reflexionen und Sehnsüchte nahe. Das Publikum erlebt nicht nur die Werke, sondern auch die Menschen dahinter – ihre Zweifel, ihre Stärke und ihre Visionen.
Stefanie Boltz ist aus der deutschsprachigen Konzertlandschaft längst nicht mehr wegzudenken. Über viele Jahre hinweg lotete sie gemeinsam mit dem Bassisten Sven Faller im Stimme-Bass-Duo „Le Bang Bang“ musikalische Grenzen aus. Seit acht Jahren steht sie zudem unter eigenem Namen als Bandleaderin und Songwriterin im Rampenlicht. Ihre künstlerische Arbeit zeichnet sich durch Offenheit, Tiefe und den Mut zur eigenen Handschrift aus.
Mit FEMALE schafft Stefanie Boltz ein Programm, das nicht nur musikalisch überzeugt, sondern auch zum Nachdenken anregt. Es ist eine Hommage an Frauen, die Musikgeschichte geprägt haben – sichtbar, hörbar und kraftvoll.
Foto: Uli Zrenner Wolkenstein
Warum ist es, dass wir uns auch heute noch in einer Welt befinden, in der weibliche Stimmen in der Musikgeschichte oft überhört werden? Diese Frage führt uns direkt ins Herz der Veranstaltung FEMALE, die einen bedeutenden Beitrag zur Sichtbarmachung dieser Stimmen leistet. In einer Zeit, in der Gleichstellung und Gendergerechtigkeit an vorderster Front gesellschaftlicher Debatten stehen, ist die Anerkennung und Würdigung weiblicher Künstlerinnen nicht nur eine Frage der historischen Gerechtigkeit, sondern auch ein Schlüssel zur kulturellen Bereicherung. 🎵 Die Geschichten von Hildegard von Bingen bis Kate Bush sind nicht nur Erzählungen von persönlichem Triumph, sondern auch Zeugnisse kollektiver weiblicher Erfahrung, die den Diskurs über Kreativität und Widerstand neu beleben.
Die Veranstaltung FEMALE bietet nicht nur eine Plattform für die Anerkennung dieser Künstlerinnen, sondern fördert auch einen Dialog über die universellen Herausforderungen, denen sich Frauen in kreativen Berufen stellen müssen. In einer Welt, in der die Gleichstellung der Geschlechter immer noch umkämpft ist, zeigt dieses Programm, dass Musik eine mächtige Waffe im Kampf für Anerkennung und Gleichberechtigung sein kann. 🎤 Durch die Kombination von Musik, Text und Bild wird dem Publikum eine tiefere Verbindung zu den dargestellten Künstlerinnen ermöglicht, indem es ihre inneren Kämpfe, ihre Stärke und ihre unerschütterliche Entschlossenheit miterlebt. Dies trägt nicht nur zur kulturellen Vielfalt bei, sondern stärkt auch das Bewusstsein für die Notwendigkeit, weibliche Stimmen in allen Lebensbereichen hörbar zu machen.