Ein Postkartenbild bäuerlicher Idylle: Bergpanorama, Bauernhöfe, Kirchturm, Kühe, eine Frau mit Schürze, das Kind am Rockzipfel ... In einem intensiven Probenprozess setzen sich die vier Spielerinnen und das Team um Crescentia Dünßer mit dem Thema Frausein auseinander. Sie nähern sich - lesend, schreibend, erzählend, forschend - dem schier unerschöpflichen Thema an. Ausgehend von Klischeevorstellungen, wie eine typische Allgäuerin ist oder zu sein hat, fragen sie sich: Was heißt Frausein? Welche Rollenzuschreibungen sind damit verbunden? Welche waren es früher? Welche sind es heute? Wo tragen wir unbewusst alte Muster weiter? Wo besteht dringend Handlungsbedarf, wenn wir das Thema Gleichstellung in den Fokus nehmen? So entsteht eine Sammlung aus persönlichen Texten und Frauenbiografien aus der eigenen Familiengeschichte und dem regionalen Umfeld: Frauen, die im Allgäu leben, oder gelebt haben, die zugezogen oder hierher geflüchtet sind, Frauen aus verschiedenen Epochen und Kulturen. Regisseurin Crescentia Dünßer bringt eine konzentrierte Fassung der Texte, der Geschichten und Erzählungen, mit den Spielerinnen performativ und musikalisch auf die Bühne. Berührend, humorvoll, spielerisch. Wir müssen reden! WARNUNG: HEIMAT.MYTHOS.FRAU. thematisiert unter anderem (sexualisierte) Gewalt, ohne sie explizit darzustellen. Bei manchen Zuschauer:innen könnte dies schwierige Gefühle, Erinnerungen oder Flashbacks auslösen. Sollten sich bei Ihnen unangenehme Gefühle einstellen und Sie Unterstützung benötigen, können Sie sich an die nächstgelegenen Fachberatungsstelle wenden. Kontaktadressen finden Sie unter https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/
Für Kempten: Frauennotruf Tel. 0831 - 12100; frauennotruf@awo-kempten.de
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Frausein ist in unserer Zeit von großer Bedeutung, da es weiterhin viele Rollenzuschreibungen und Klischees gibt, die Frauen in ihrem Selbstverständnis und in ihrer Entwicklung einschränken können. Die Inszenierung von HEIMAT.MYTHOS.FRAU wirft wichtige Fragen auf: Welche Muster tragen wir unbewusst weiter? Wie können wir Gleichstellung vorantreiben und alte Rollenbilder überwinden? Indem persönliche Texte und Frauenbiografien aus verschiedenen Epochen und Kulturen auf die Bühne gebracht werden, bietet die Veranstaltung einen Raum für Reflexion und Austausch über das Frausein in all seinen Facetten. Dabei werden auch schwierige Themen wie (sexualisierte) Gewalt angesprochen, ohne sie explizit darzustellen, um bei den Zuschauer:innen sensibel mit möglichen Triggerpunkten umzugehen. Durch diese mutige Herangehensweise leistet HEIMAT.MYTHOS.FRAU einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Diskussion über Geschlechterrollen und fordert dazu auf, über überkommene Vorstellungen von Frausein nachzudenken und neue Perspektiven zu entwickeln.