Die Zeit zwischen dem zwölften und fünfzehnten Lebensjahr ist für viele Jungen eine Phase tiefgreifender Veränderungen. Der Körper beginnt sich deutlich zu wandeln, die Stimme wird tiefer, Gefühle intensiver und der Wunsch nach Eigenständigkeit wächst. Gleichzeitig entstehen neue Fragen: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Was bedeutet es, erwachsen zu werden? Genau an diesem sensiblen Punkt setzt die Phönixzeit an – ein bewährtes Übergangsritual für Jungen auf dem Weg vom Kindsein ins Jugendalter.
Am Dienstag, 17. März 2026, findet von 17:00 bis 19:00 Uhr ein Infoabend zur Phönixzeit in der Jurte Sulzbrunn statt. Eingeladen sind Jungen im Alter von 12 bis 15 Jahren gemeinsam mit ihren Eltern. Der Abend dient dem Kennenlernen, dem Austausch und der Information über Inhalte, Ablauf und Hintergründe dieses besonderen Angebots.
Die Phönixzeit bietet Jungen einen geschützten Raum, in dem sie sich gemeinsam mit Gleichaltrigen mit den körperlichen, emotionalen und sozialen Veränderungen dieser Lebensphase auseinandersetzen können. Begleitet von erfahrenen erwachsenen Männern und unterstützt durch einen selbst gewählten Paten, entwickeln die Teilnehmer innere Stärke, Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein. Ziel ist es, den Übergang bewusst zu gestalten und die Jungen dabei zu unterstützen, ihre Kindheit loszulassen und ihren Platz im Kreis der Heranwachsenden zu finden.
Ein zentraler Bestandteil der Phönixzeit ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, mit persönlichen Grenzen und mit der Beziehung zur Familie. Die Jungen werden ermutigt, sich ihren Fragen und Unsicherheiten zu stellen und neue Perspektiven zu entwickeln. Dabei spielt die Natur eine wichtige Rolle: Sie bietet Abstand vom Alltag, Klarheit und einen Rahmen, in dem persönliche Entwicklung erfahrbar wird.
Die Phönixzeit wird seit dem Jahr 2003 in der Nähe von Berlin durchgeführt und hat sich über viele Jahre hinweg als wertvolles Angebot bewährt. In den vergangenen Jahren fand das Projekt auch seinen Weg nach Süddeutschland. 2026 wird die Phönixzeit erstmals auch im Allgäu angeboten – ein bedeutender Schritt, um dieses besondere Ritual einer neuen Region zugänglich zu machen.
Der Infoabend richtet sich sowohl an interessierte Jungen als auch an ihre Eltern. Neben inhaltlichen Informationen gibt es Raum für Fragen, Gespräche und ein persönliches Kennenlernen des Leiters Bastian Bißwanger, der die Phönixzeit begleitet. Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen und eine fundierte Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Teilnahme zu bieten.
Die Teilnahme am Infoabend ist eine gute Gelegenheit, sich unverbindlich über die Phönixzeit zu informieren und gemeinsam als Familie herauszufinden, ob dieses Übergangsritual zum eigenen Lebensweg passt.
Anmeldung und weitere Informationen:
Die Anmeldung zum Infoabend erfolgt per E-Mail an mail@bastianbisswanger.de.
Weitere Informationen zur Phönixzeit finden sich unter: https://www.phoenixzeit-sued.de/
In einer Welt, die zunehmend von digitalen Medien und virtuellen Räumen dominiert wird, bietet die Phönixzeit einen dringend benötigten Gegenpol. Gerade für Jungen in der Übergangsphase zur Jugend ist es essenziell, echte zwischenmenschliche Verbindungen zu erleben und sich mit der Natur auseinanderzusetzen. Die Phönixzeit schafft einen Raum, in dem die Teilnehmer fernab von Bildschirmen und sozialen Netzwerken die Möglichkeit haben, ihre Identität zu erforschen und authentische Beziehungen zu Gleichaltrigen und Erwachsenen aufzubauen. Dieses Erleben von Gemeinschaft und Natur kann helfen, die durch die digitale Welt oft verstärkte Isolation zu überwinden und echte soziale Kompetenzen zu entwickeln. 🌿
Darüber hinaus stellt die Phönixzeit einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Geschlechterbewusstsein und Gleichstellung dar. Indem Jungen lernen, ihre Emotionen zu erkennen und auszudrücken, wird ein Grundstein für eine respektvolle und verantwortungsvolle Männlichkeit gelegt. In einer Zeit, in der toxische Männlichkeitsbilder und Geschlechterstereotype immer wieder in den Fokus der gesellschaftlichen Diskussion geraten, bietet dieses Ritual eine Chance, alternative und gesunde Rollenbilder zu entwickeln. Die Jungen werden dazu ermutigt, ihre eigene Männlichkeit kritisch zu hinterfragen und neu zu definieren – ein Schritt, der nicht nur für ihre persönliche Entwicklung von Bedeutung ist, sondern auch für den gesellschaftlichen Fortschritt hin zu mehr Gleichberechtigung und Verständnis.