Wie hängen globale Digitalisierung, Rohstoffabbau und Arbeitsbedingungen im Globalen Süden zusammen? Dieser Frage widmet sich die Online-Lesung „Der Kolonialismus im digitalen Zeitalter – wie Tech-Imperien die Welt unter sich aufteilen“ am Donnerstag, 3. Dezember 2026, um 19 Uhr. Die Veranstaltung findet online via Zoom statt und ist kostenfrei.
Kolonialismus im digitalen Zeitalter nimmt die globalen Auswirkungen der digitalen Wirtschaft in den Blick. Der Tech-Journalist Ingo Dachwitz und der Globalisierungsexperte Sven Hilbig beschäftigen sich mit dem Konzept des digitalen Kolonialismus und fragen danach, welche Folgen die globale Vernetzung für Menschen und Regionen außerhalb der großen Technologiestandorte hat.
Im Mittelpunkt steht dabei eine Perspektive, die in Erzählungen über den Aufstieg der Tech-Konzerne nach Ansicht der Autoren häufig zu kurz kommt: die Auswirkungen auf den Globalen Süden. Digitale Technologien benötigen Rohstoffe, Infrastruktur und Arbeitskraft. Die Lesung beleuchtet, unter welchen Bedingungen diese Grundlagen der digitalen Wirtschaft entstehen.
Ein Thema sind die Rohstoffe, die für Smartphones und andere digitale Geräte benötigt werden. Der Abbau dieser Materialien ist mit konkreten sozialen und ökologischen Folgen verbunden. Die Veranstaltung stellt dabei die Frage, wie sich historische Muster von Ausbeutung unter den Bedingungen einer globalisierten und digitalisierten Wirtschaft fortsetzen können.
Auch digitale Arbeitsprozesse spielen eine Rolle. Menschen übernehmen etwa Aufgaben, die für die Moderation sozialer Netzwerke oder für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz notwendig sind. Die Lesung beschäftigt sich mit Arbeitsbedingungen in digitalen Produktionsketten und dem Einsatz von sogenannten Klickarbeiter:innen.
Damit richtet sich der Blick nicht nur auf die sichtbaren Produkte der Digitalisierung, sondern auch auf die weniger sichtbaren Prozesse dahinter. Smartphones, soziale Netzwerke und Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz beruhen auf globalen Liefer- und Arbeitsketten. Die Veranstaltung fragt danach, wer von diesen Strukturen profitiert und welche gesellschaftlichen Folgen dabei entstehen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalpolitik als geopolitischem Faktor. Im Wettbewerb um technologische und wirtschaftliche Einflussmöglichkeiten entstehen internationale Konflikte und Abhängigkeiten. Der Globale Süden wird dabei als eine Region betrachtet, die von diesen Auseinandersetzungen unmittelbar betroffen ist.
Ingo Dachwitz und Sven Hilbig verbinden in ihrer Auseinandersetzung die Geschichte des Kolonialismus mit aktuellen Entwicklungen der digitalen Wirtschaft. Dabei geht es nicht um eine Gleichsetzung historischer und heutiger Formen des Kolonialismus, sondern um die Frage, welche Strukturen und Machtverhältnisse sich unter veränderten technischen und wirtschaftlichen Bedingungen beobachten lassen.
Die Veranstaltung gehört zum Format „Bewegter Donnerstag ONLINE“. Sie findet vollständig digital statt, sodass die Teilnahme unabhängig vom Veranstaltungsort möglich ist. Der Zugang erfolgt über Zoom; der entsprechende Link soll kurz vor der Veranstaltung veröffentlicht werden. 💻
Die Online-Lesung beginnt am 3. Dezember 2026 um 19 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. Organisiert wird die Veranstaltung vom Kulturamt Kempten.
Damit richtet sich der Abend auf ein Thema, das weit über einzelne digitale Produkte hinausgeht. Es geht um Rohstoffe, Arbeitskraft, globale Lieferketten, politische Macht und die Frage, wie eine gerechtere Digitalisierung aussehen könnte. Die Veranstaltung stellt dabei auch bestehende Ansätze für eine solche Entwicklung vor.
🔎 Wichtige Infos auf einen Blick
💻 Was? „Der Kolonialismus im digitalen Zeitalter – wie Tech-Imperien die Welt unter sich aufteilen“
📖 Format: Online-Lesung mit Ingo Dachwitz
👤 Mit: Ingo Dachwitz und Sven Hilbig
🗓️ Wann? Donnerstag, 3. Dezember 2026
⏰ Uhrzeit? 19:00 Uhr
🌐 Wo? Online via Zoom
🎟️ Eintritt: kostenfrei
🔗 Zugang: Der Zoom-Link wird kurz vor der Veranstaltung veröffentlicht
🏛️ Kontakt: Kulturamt Kempten, Memminger Str. 5, 87437 Kempten
☎️ Telefon: +49 831 2525-7777
📧 E-Mail: museen@kempten.de
ℹ️ Mehr Informationen: Veranstaltungsseite des Kulturamts Kempten
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