Ottobeurer Konzerte 2024: Anton Bruckner: ''Te Deum'' C-D…

Das Abschlusskonzert der Ottobeurer Basilika-Konzerte 2024 vereint in bemerkenswerter Weise die musikalische Kraft zweier epochaler Werke der Romantik mit der majestätischen Kulisse einer der bedeutendsten Barockkirchen Süddeutschlands. Die Deutsche Radio Philharmonie und der Philharmonische Chor München unter der Leitung von Pietari Inkinen präsentieren Anton Bruckners Te Deum in C-Dur sowie Franz Schuberts Symphonie Nr. 8 in C-Dur. Beide Werke stehen in einem spannungsreichen Dialog und verankern diese Veranstaltung fest im musikalischen und spirituellen Kalender des Jahres 2024.

Bruckners Te Deum gehört zu den monumentalsten Chorwerken des 19. Jahrhunderts und wird oft als einer der Höhepunkte seines künstlerischen Schaffens angesehen. Komponiert unter dem tiefen Eindruck des Todes von Richard Wagner, den Bruckner glühend verehrte, ist das Werk eine intensive musikalische Reflexion über Glaube, Hoffnung und spirituelle Erhebung. Bruckner selbst betrachtete es als Stolz seines Lebens und verlieh dem Werk damit eine ganz persönliche Bedeutung. Die emotionale Wucht und spirituelle Tiefe des Te Deum machen es zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Bruckner-Repertoires und einem Glanzpunkt jedes Konzertprogramms.

Im Kontrast dazu steht Schuberts Symphonie Nr. 8 in C-Dur, auch bekannt als Große C-Dur-Symphonie. Schubert komponierte dieses Werk zwischen 1825 und 1828, in einer Phase seines Lebens, die von einer intensiven Auseinandersetzung mit der symphonischen Form geprägt war. Obwohl sie zu seinen Lebzeiten nicht vollständig aufgeführt wurde, gilt die Große C-Dur-Symphonie heute als eines der bedeutendsten Werke der klassischen Musik. Ihre ausgedehnten musikalischen Bögen, die formale Strenge und die majestätische Klangfülle verleihen ihr eine beinahe architektonische Dimension, die in der akustischen Atmosphäre der Ottobeurer Basilika besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen wird.

Der Aufführungsort selbst, die Basilika St. Alexander und Theodor zu Ottobeuren, ist ein Meisterwerk barocker Baukunst und ein spirituelles Zentrum von überregionaler Bedeutung. Die Basilika, deren Grundstein 1737 gelegt wurde, erhebt sich auf einem sanft ansteigenden Hügelrücken über dem Tal der westlichen Günz und prägt mit ihren beiden 82 Meter hohen Zwiebeltürmen das Panorama der Region. Geweiht den beiden römischen Märtyrern Alexander und Theodor, ist die Basilika ein herausragendes Beispiel für die Architektur des süddeutschen Barock und beeindruckt durch ihre monumentale Erscheinung, ihre kunstvolle Innenausstattung und ihre reiche spirituelle Tradition.

Das Bauwerk selbst ist ein herausragendes Beispiel für den architektonischen Entwurf des schwäbischen Theoretikers Joseph Furtenbach, der das Konzept der freistehenden Kirche als Ideal für Klosteranlagen entwickelte. Der Entwurf der Basilika in Ottobeuren folgt dieser Vision und verleiht ihr eine herausragende Stellung innerhalb des Klosterkomplexes. Der Bau, vollendet unter der Leitung von Simpert Kraemer und Johann Michael Fischer, besticht durch seine prächtige Ausstattung. Besonders hervorzuheben sind die Kuppel- und Deckenfresken sowie die Altarbilder von Johann Jakob und Franz Anton Zeiller, die Stuckarbeiten von Johann Michael Feuchtmayer und die Stuckfiguren von Johann Joseph Christian.

Im Innenraum, der sich in eine beeindruckende Eingangshalle, ein weitläufiges Hauptschiff, das von monumentalen Marmorsäulen getragen wird, und ein majestätisches Querschiff gliedert, entfaltet sich eine nahezu überirdische Pracht. Die Basilika beherbergt zudem zwei weithin berühmte barocke Chororgeln, die Dreifaltigkeitsorgel und die Heiliggeistorgel, beide geschaffen von Karl Joseph Riepp, deren französisches Klangbild zu den herausragenden Merkmalen des Kirchenraums zählt. Im Mittelpunkt steht das romanische Kruzifix aus dem Jahr 1220, das dem Raum eine tiefe spirituelle Bedeutung verleiht.

Diese architektonische und künstlerische Pracht verleiht den Ottobeurer Basilika-Konzerten einen einzigartigen Rahmen, in dem sich Musik, Architektur und Spiritualität zu einer höheren Einheit verbinden. Die Basilika, die 1926 von Papst Pius XI. zur Basilica minor erhoben wurde, ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein lebendiges Zeugnis jahrhundertelanger Geschichte und Kultur. Der barocke Innenraum mit seiner unverwechselbaren Nord-Süd-Ausrichtung, bedingt durch die Lage innerhalb der klösterlichen Gesamtanlage, bietet den idealen Rahmen für die Aufführung der Werke von Bruckner und Schubert.

Das Konzert am 15. September 2024 ist nicht nur der Höhepunkt der diesjährigen Ottobeurer Konzerte, sondern auch eine Hommage an Anton Bruckner, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Mit dem Te Deum und der Großen C-Dur-Symphonie von Schubert wird ein musikalisches Programm dargeboten, das die geistige und musikalische Tiefe der Basilika in einzigartiger Weise widerspiegelt. Die Kombination aus Bruckners spiritueller Erhebung und Schuberts symphonischer Größe in dieser beeindruckenden Umgebung verspricht ein Konzert, das in seiner Bedeutung und seiner Wirkung weit über den Moment hinausreichen wird. Die Basilika Ottobeuren ist somit nicht nur Bühne, sondern auch Mitwirkende dieses außergewöhnlichen musikalischen Erlebnisses.

Ticket hier

Bild: Benediktinerabtei Ottobeuren

 
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Ort:
Basilika, Ottobeuren