Ein historisches Foto, ein technisches Objekt oder ein bekannter Name genügen oft, um Fortschritt und Erfindergeist aufzurufen. Doch Geschichte ist selten eindeutig 📚🏛️. Im Kempten-Museum im Zumsteinhaus richtet sich der Blick bewusst auf die dunklen Seiten technischer Innovation im 20. Jahrhundert. Die Veranstaltung stellt nicht die Ingenieurskunst selbst in Frage, sondern die Verantwortung jener, die sie in den Dienst einer verbrecherischen Diktatur stellten ⚙️🕯️.
Verantwortung und Verbrechen – Vortrag im Kempten-Museum findet am 05. Februar 2026 um 19:00 Uhr statt. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Bewegter Donnerstag und wird in Kooperation mit dem Heimatverein Kempten e. V. sowie im Rahmen der Erinnerungskultur in Kempten durchgeführt 📖🤝. Als Referentinnen sprechen die Historikerinnen Dr. Swantje Greve und Dr. Susanne Meinl, die sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit der NS-Zeit, ihren Akteuren und ihren Nachwirkungen befassen 🎓📜.
Im Mittelpunkt des Abends stehen drei prominente Namen: Ferdinand Porsche, Willy Messerschmitt und Claude Dornier ✈️🚗. Sie gelten bis heute als Symbolfiguren technischer Innovation. Der Vortrag zeigt jedoch, dass ihre Biografien untrennbar mit der Rüstungsindustrie des Nationalsozialismus und dem systematischen Einsatz von Zwangsarbeiter:innen verbunden sind. Fortschritt, so wird deutlich, war im „Dritten Reich“ kein neutraler Begriff, sondern Teil eines Gewaltapparates.
Ferdinand Porsche ließ sich früh und bereitwillig vom NS-Regime einbinden ⚙️. Als Leiter des VW-Werks in Wolfsburg war er ab 1938 nicht nur für den propagandistisch aufgeladenen KdF-Wagen verantwortlich, sondern auch für eine Produktion, die zunehmend auf Waffen und Panzer ausgerichtet war. Die Ausbeutung von Zwangsarbeitskräften und KZ-Häftlingen nahm er wissentlich in Kauf – ein Aspekt, der lange marginalisiert wurde 🕯️📄.
Auch Willy Messerschmitt steht exemplarisch für die enge Verflechtung von Ingenieurskunst und Krieg ✈️. Als Entwickler des ersten deutschen Düsenflugzeugs war er technisch visionär, zugleich aber Leiter eines Unternehmens, das eine Schlüsselrolle in der Luftkriegsführung des NS-Regimes spielte. Ohne diese industrielle Basis wären Angriffskrieg und Massenverbrechen nicht durchführbar gewesen ⚠️📚.
Der in Kempten geborene Claude Dornier nimmt eine ambivalente Rolle ein 🌍. Trotz innerer Distanz zum Regime und einzelner Schutzversuche für Verfolgte akzeptierte auch er den Einsatz von Zwangsarbeitskräften und KZ-Häftlingen in der Flugzeugproduktion. Der Vortrag zeigt diese Grauzonen auf, ohne sie zu relativieren, und fragt nach individueller Handlungsmacht in einer Diktatur ⚖️.
Verantwortung und Verbrechen – Vortrag im Kempten-Museum geht über biografische Darstellung hinaus. Dr. Swantje Greve und Dr. Susanne Meinl fragen, ob und wie die drei Industriellen nach 1945 Verantwortung für ihr Handeln übernahmen – und wie Erinnerungskultur heute mit diesen Namen umgehen kann 🧠🕊️. Ergänzt wird der Abend durch einen Livestream, der eine Teilnahme auch außerhalb des Museums ermöglicht 💻.
Kurzliste – Details auf einen Blick 🏛️📚
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📍 Ort: Kempten-Museum im Zumsteinhaus
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📅 Datum: 05. Februar 2026
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⏰ Beginn: 19:00 Uhr
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🎤 Titel: Verantwortung und Verbrechen – Vortrag im Kempten-Museum
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👩🏫 Referentinnen: Dr. Swantje Greve & Dr. Susanne Meinl
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🧭 Thema: Ingenieurskunst, Macht und Verantwortung im NS-Regime
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🗂️ Reihe: Bewegter Donnerstag – Erinnerungskultur in Kempten
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🤝 Kooperation: Heimatverein Kempten e. V.
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💻 Livestream: YouTube & Startseite kempten-museum.de
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🎟️ Karten: Reservierung online, per Mail an museen@kempten.de oder 0831 / 2525-7777