Bärbele- und Klausentreiben in Sonthofen

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Schellengeläut, moosbedeckte Masken und schwere Tierfelle prägen Anfang Dezember die Sonthofer Innenstadt. Beim Bärbele- und Klausentreiben vom 4. bis 6. Dezember 2026 wird einer der bekanntesten Winterbräuche des Allgäus gepflegt. An allen drei Abenden ziehen die maskierten Gestalten von 19 bis etwa 21 Uhr durch die Straßen. Wegen des großen Besucherandrangs und der besonderen Anforderungen an die Sicherheit wird der Veranstaltungsbereich 2026 neu zugeschnitten.

Das Bärbele- und Klausentreiben in Sonthofen folgt einem festen Ablauf: Am 4. Dezember, dem Barbaratag, sind die Bärbele unterwegs. Am 5. und 6. Dezember übernehmen die Rumpelklausen die Straßen. Die Veranstaltung wird vom Klausenverein Sonthofen e.V. organisiert und durch den Klausenmarkt in der Innenstadt begleitet. Für Besucherinnen und Besucher sind vor allem die geänderte Streckenführung, die täglichen Sperrungen und die Hinweise für Familien wichtig.

Bärbeletreiben am Barbaratag 🌿

Der 4. Dezember ist traditionell den Bärbele vorbehalten. Nach der überlieferten Brauchbeschreibung ziehen an diesem Tag unverheiratete Frauen durch die Dörfer und die Innenstadt von Sonthofen. Ihre Verkleidung besteht aus moosbedeckten Masken und Lumpengewändern, die den Figuren ein wildes, naturverbundenes Erscheinungsbild geben.

Zum Bärbeletreiben gehören außerdem Schellen und Reisigruten. Das laute Geläut kündigt die Gruppen bereits aus einiger Entfernung an. Mit ihren Ruten treiben die Bärbele übermütige junge Männer durch die Straßen und verteilen dabei auch Rutenhiebe.

Der Brauch wird mit der Vorstellung verbunden, böse Wintergeister zu vertreiben. Seine Wurzeln werden in der lokalen Überlieferung auf die alemannische Zeit zurückgeführt. Solche historischen Zuschreibungen gehören zur Brauchtradition, lassen sich aber nicht ohne Weiteres als lückenlos belegte Entstehungsgeschichte verstehen.

Das Bärbeletreiben ist kein gewöhnlicher Festumzug mit festlich kostümierten Gruppen. Die unmittelbare Begegnung zwischen den Maskierten und den Menschen auf den Straßen gehört zum Charakter des Brauchs. Entsprechend wichtig sind Abstand, Aufmerksamkeit und die Beachtung der ausgewiesenen Veranstaltungsbereiche.

Rumpelklausen am 5. und 6. Dezember 🔔

Nach dem Barbaratag folgen zwei Abende mit den Rumpelklausen. Am Samstag, 5. Dezember, und Sonntag, 6. Dezember 2026, ziehen die maskierten Gestalten durch die Sonthofer Innenstadt.

Ihre Erscheinung unterscheidet sich deutlich von der der Bärbele. Die Klausen tragen mächtige Tierfelle sowie Masken mit Hörnern und Geweihen. Große Schellen erzeugen beim Laufen ein weithin hörbares Geläut.

Das schwere Gewand, die ausladenden Kopfbedeckungen und die Geräusche prägen das Auftreten der Klausen. Die Masken schränken zugleich das Sichtfeld ihrer Träger ein. Zusammen mit den Hörnern und Geweihen erfordert das gerade bei größeren Menschenmengen ausreichend Bewegungsraum.

Auch das Klausentreiben steht in der Tradition des winterlichen Geistervertreibens. Der Brauch lebt von der körperlichen Präsenz der Figuren und ihrer Bewegung durch die Straßen. Für das Publikum bedeutet das, dass sich die Begegnungen nicht mit einem ruhigen, aus der Entfernung betrachteten Bühnenprogramm vergleichen lassen.

Neuer Veranstaltungsbereich in Sonthofen 2026 📍

Für das Bärbele- und Klausentreiben 2026 gelten Änderungen beim Veranstaltungsort. Der Klausenverein begründet die Anpassung mit Sicherheits- und Organisationsanforderungen sowie der gestiegenen Besucherzahl.

Der Veranstaltungsbereich erstreckt sich über die Bahnhofstraße im Bereich der Fußgängerzone bis zu den Althauslärchen. Hinzu kommt der verkehrsberuhigte Abschnitt von der Hirschstraße bis zum Stadtgässle.

Damit werden die Bewegungsflächen für die Bärbele und Klausen gegenüber den bisherigen Gegebenheiten angepasst. In der Vergangenheit hatten enge Gassen wiederholt problematische Situationen verursacht. Dazu trugen laut Veranstaltungsinformation insbesondere die eingeschränkte Sicht durch die Masken und die ausladenden Hörner beziehungsweise Geweihe der Klausen bei.

Die neue Aufteilung soll den Gruppen mehr Platz geben und zugleich die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher verbessern. Wer den Brauch aus früheren Jahren kennt, sollte sich deshalb nicht automatisch an den bisherigen Standorten orientieren.

Gesonderter Bereich für Familien und Menschen mit eingeschränkter Mobilität ♿

Auch 2026 wird ein gesonderter Besucherbereich in der Schützenstraße nahe dem Gesundheitseck eingerichtet. Er ist insbesondere für Eltern mit Kleinkindern und Kinderwagen sowie für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer vorgesehen.

Dieser Bereich trägt den unterschiedlichen Bedürfnissen des Publikums Rechnung. Denn beim Klausen- und Bärbeletreiben können große Menschenmengen, laute Schellen und die unmittelbare Nähe zu den maskierten Gruppen schnell unübersichtlich werden.

Der Veranstalter weist ausdrücklich darauf hin, dass der wilde Brauch für ganz kleine Kinder und Haustiere eher nicht geeignet ist. Das gilt unabhängig davon, dass ein gesonderter Bereich für bestimmte Besuchergruppen bereitgestellt wird.

Vor allem die Lautstärke und die teilweise bedrohlich wirkenden Masken können Kinder erschrecken. Bei Haustieren kommt hinzu, dass dichtes Gedränge und plötzliches Schellengeläut erheblichen Stress auslösen können. Der Hinweis sollte deshalb bei der Planung eines Besuchs berücksichtigt werden.

Sperrungen bereits ab 17 Uhr 🚧

Das eigentliche Treiben beginnt an allen drei Veranstaltungstagen um 19 Uhr und endet gegen 21 Uhr. Die Sicherheitsmaßnahmen setzen jedoch deutlich früher ein.

Der gesamte Veranstaltungsbereich wird täglich bereits ab 17 Uhr vollständig gesperrt. Diese Sperrung gilt ausdrücklich auch für Anliegerinnen und Anlieger.

Die frühzeitige Sperrung dient dazu, die Flächen für die maskierten Gruppen und die erwarteten Menschenmengen vorzubereiten. Sie ist Teil des angepassten Sicherheitskonzepts für die Veranstaltung.

Für die Planung bedeutet das, dass die betroffenen Straßenabschnitte nicht erst mit Beginn des Treibens eingeschränkt zugänglich sind. Wer in der Innenstadt unterwegs ist oder dort wohnt, muss die Sperrungen bereits am späten Nachmittag berücksichtigen.

Klausenmarkt zwischen Marktbrunnen und Spitalplatz ☕

Begleitend zum Bärbele- und Klausentreiben findet vom 4. bis 6. Dezember der Klausenmarkt in der Sonthofer Innenstadt statt. Er befindet sich im Bereich zwischen dem Marktbrunnen und dem Spitalplatz.

Der Markt bietet Gelegenheit, sich während des Besuchs aufzuwärmen. Angeboten werden unter anderem heißer Glühwein, Punsch und kleine Speisen. Damit ergänzt er das abendliche Treiben um einen Treffpunkt abseits der unmittelbar durch die Straßen ziehenden Gruppen.

Bärbele- und Klausentreiben sowie Klausenmarkt sind dabei zwei unterschiedliche Bestandteile des Dezemberwochenendes. Während die Maskierten zu festgelegten Abendzeiten unterwegs sind, erstreckt sich der Markt über alle drei Veranstaltungstage.

Konkrete tägliche Öffnungszeiten des Klausenmarkts sind in der vorliegenden Ankündigung nicht genannt. Weitere Informationen werden über die verlinkte Marktveranstaltung bereitgestellt.

Winterbrauch zwischen Überlieferung und Gegenwart 🏔️

Das Bärbele- und Klausentreiben gehört zu den Bräuchen, mit denen im Allgäu der Beginn der dunklen Winterzeit verbunden wird. Die Gestalten, ihre Verkleidungen und das Schellengeläut stehen in der Überlieferung für das Vertreiben böser Wintergeister.

In Sonthofen wird diese Tradition an drei aufeinanderfolgenden Abenden gepflegt. Dabei bleiben die unterschiedlichen Rollen der Bärbele am Barbaratag und der Klausen an den beiden folgenden Tagen erkennbar.

Zugleich zeigt die Anpassung des Veranstaltungsbereichs, dass ein überlieferter Brauch unter heutigen Bedingungen organisiert werden muss. Steigende Besucherzahlen, die Bewegungsfreiheit der Maskierten und die Sicherheit des Publikums verlangen nach geeigneten Flächen und klaren Regeln.

Das Bärbele- und Klausentreiben in Sonthofen verbindet damit eine regionale Wintertradition mit einer auf die aktuellen Besucherzahlen abgestimmten Organisation. Für den Besuch sind die drei Termine, die geänderten Straßenabschnitte und die Sperrungen ab 17 Uhr die entscheidenden Informationen.

🔎 Wichtige Infos auf einen Blick

  • 🔔 Was? Bärbele- und Klausentreiben in Sonthofen

  • 📅 Wann? Freitag, 4., bis Sonntag, 6. Dezember 2026

  • 🌿 Bärbeletreiben: Freitag, 4. Dezember 2026

  • 🐐 Klausentreiben: Samstag, 5., und Sonntag, 6. Dezember 2026

  • 🕖 Uhrzeit: An allen drei Tagen von 19:00 bis ca. 21:00 Uhr

  • 📍 Wo? Sonthofer Innenstadt, Bahnhofstraße im Bereich der Fußgängerzone bis zu den Althauslärchen sowie verkehrsberuhigter Bereich von der Hirschstraße bis zum Stadtgässle

  • 🚧 Straßensperrungen: Täglich ab 17:00 Uhr vollständige Sperrung des Veranstaltungsbereichs, auch für Anlieger

  • ♿ Gesonderter Besucherbereich: Schützenstraße nahe dem Gesundheitseck, insbesondere für Eltern mit Kleinkindern und Kinderwagen sowie Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer

  • ⚠️ Wichtiger Hinweis: Wilder Brauch mit lauten Schellen und engem Kontakt zu maskierten Gruppen; für ganz kleine Kinder und Haustiere eher nicht geeignet

  • 🎭 Bärbele: Moosbedeckte Masken, Lumpengewänder, Schellen und Reisigruten

  • 🔔 Rumpelklausen: Tierfelle, Masken mit Hörnern oder Geweihen und große Schellen

  • ☕ Klausenmarkt: 4. bis 6. Dezember, zwischen Marktbrunnen und Spitalplatz, mit Glühwein, Punsch und kleinen Speisen

  • 🔗 Weitere Informationen zum Klausenmarkt: Klausenmarkt in Sonthofen

  • 🏛️ Veranstalter: Klausenverein Sonthofen e.V.

  • ✉️ Kontakt: klausenverein-sonthofen@web.de

  • 📞 Telefon: 0170 8782407

Planet Allgäu empfiehlt diese Veranstaltung:

Die Geschichte der Klausen und ihr Auftritt auf dem Klausenmarkt werfen Fragen nach den Ursprüngen und der Bedeutung dieser archaischen Tradition auf. Was bedeutet es für eine Gemeinschaft, Jahrhunderte alte Bräuche lebendig zu halten und sie in modernen Veranstaltungen zu präsentieren? Der Klausenmarkt in Sonthofen bietet nicht nur eine Gelegenheit, kunsthandwerkliche Produkte zu erwerben und sich kulinarisch verwöhnen zu lassen, sondern auch einen Einblick in die kulturellen Wurzeln des Allgäus. Die Verbindung von Tradition und Moderne, von Geschichte und Gegenwart, schafft eine einzigartige Atmosphäre, die Besucherinnen und Besucher in eine andere Zeit versetzt und zugleich zum Nachdenken über die Bedeutung von Brauchtum und kultureller Identität anregt. Der Klausenlauf und das Bärbeletreiben sind dabei nicht nur ein Spektakel für die Sinne, sondern auch ein Fenster in die Vergangenheit, das uns daran erinnert, wie tief verwurzelt Traditionen in unserer Gesellschaft sind und wie wichtig es ist, sie zu bewahren und zu pflegen.

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Ort:
Fußgängerzone Sonthofen