Vernissage Lebenslinien im Stadttheater Kempten

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Eine Ausstellung mit Bildern von Monica Ostermeier
monica-ostermeier.de

Die Ausstellung LEBENSLINIEN ist von 26. Februar bis 28. März 2026 zu Vorstellungszeiten im T:K im Foyer zu sehen. Eintritt ist frei.

Linien gelebten Lebens, Spuren von Erfahrung und Erinnerung: Die Ausstellung LEBENSLINIEN lädt dazu ein, den feinen, oft unscheinbaren Zeichen menschlicher Existenz nachzuspüren. Jede Arbeit erzählt eine individuelle Geschichte, jede Linie steht für einen Moment, eine Bewegung, eine Empfindung. In der Summe entsteht ein vielstimmiges Bild des Menschseins, das sich nicht auf Eindeutigkeit festlegen lässt, sondern Offenheit, Wandel und Tiefe sichtbar macht.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frau – figürlich dargestellt, berührend und vielschichtig. Die gezeigten Figuren und Gesichter sind keine idealisierten Abbilder, sondern Ausdruck innerer Zustände. Sie erzählen von Emotionen, von gelebten Erfahrungen, von Identität in ihren unterschiedlichen Facetten. Mal kraftvoll und selbstbewusst, mal zurückhaltend, verletzlich oder nachdenklich begegnen sie den Betrachtenden und laden dazu ein, innezuhalten und sich einzulassen. Die dargestellten Frauen sind dabei weniger Porträts konkreter Personen als vielmehr Sinnbilder: für Stärke und Fragilität, für Bewegung und Stillstand, für Nähe und Distanz.

Ein zentrales Merkmal der Ausstellung ist die besondere Spannung zwischen expressiver Farbigkeit und feinen, zurückgenommenen Nuancen. In kraftvollen, farbenfrohen Ausdrucksformen entfalten sich Lebensfreude, Energie und Dynamik. Daneben finden sich zarte Linien, leise Töne und reduzierte Kompositionen, die Raum für Nachdenklichkeit und Intimität lassen. Diese Gegensätze treten in einen lebendigen Dialog miteinander und spiegeln die Vielschichtigkeit menschlichen Erlebens wider. Lebenslinien werden sichtbar als etwas Unabgeschlossenes, als Prozess – gezeichnet von Höhen und Tiefen, von Brüchen und Neubeginn.

Monica Ostermeier, die Künstlerin hinter LEBENSLINIEN, lebt und arbeitet in Durach. Als ausgebildete Grafikdesignerin bringt sie ein ausgeprägtes Gespür für Komposition, Form und Linie in ihre künstlerische Arbeit ein. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit den Themen Figur, Porträt, Bewegung und Tanz. Diese Auseinandersetzung prägt ihr Werk nachhaltig und verleiht ihren Arbeiten eine besondere Dynamik. Körper erscheinen nicht statisch, sondern scheinen sich im Raum zu bewegen, innezuhalten oder weiterzugehen – als würden sie einem inneren Rhythmus folgen.

Ihre künstlerischen Techniken sind ebenso vielfältig wie die Themen, die sie bearbeitet. Zeichnung, Aquarell und Acrylmalerei bilden die Grundlage vieler Arbeiten, wobei sie häufig mit Pigmenten und Naturmaterialien auf Papier und Leinwand experimentiert. Diese Materialien verleihen den Werken eine haptische Qualität und unterstreichen den organischen Charakter der dargestellten Lebenslinien. Strukturen entstehen, die an Erdschichten, Haut oder gelebte Zeit erinnern und den Bildern eine zusätzliche Tiefe geben.

Darüber hinaus erweitert Monica Ostermeier ihr künstlerisches Spektrum durch den Einsatz der fotografischen Technik der Cyanotypie. Das charakteristische Blau dieser historischen Drucktechnik eröffnet neue Ausdrucksmöglichkeiten und setzt bewusste Akzente innerhalb ihres Gesamtwerks. In ihrem Projekt „BilderBücher – BücherBilder“ geht sie noch einen Schritt weiter: Gebundene Bücher dienen hier nicht nur als Träger, sondern als Rahmen für kleinformatige Arbeiten. Text, Bild und Material treten in einen neuen Zusammenhang und hinterfragen die Grenze zwischen Objekt, Erzählung und Kunstwerk.

LEBENSLINIEN ist damit mehr als eine Ausstellung einzelner Werke. Sie ist eine Einladung zur Begegnung – mit den dargestellten Figuren ebenso wie mit den eigenen Erfahrungen. Die Arbeiten eröffnen Räume für Interpretation, Erinnerung und Empathie und machen sichtbar, wie eng Lebensfreude, Verletzlichkeit und Stärke miteinander verwoben sind. In den Linien, Farben und Formen spiegeln sich Geschichten, die individuell sind und doch universell wirken – Spuren gelebten Lebens, die nachhallen.

 

Foto: Monica Ostermeier

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Ort:
Stadttheater, Kempten