Bewegter Donnerstag im Kempten-Museum
Wie werden aus gewachsenen Einfamilienhausgebieten lebendige Quartiere mit Zukunft? Der Bewegte Donnerstag widmet sich dieser Frage in einer Podiumsdiskussion – in Kooperation mit dem architekturforum allgäu e. V. Im Zentrum steht ein Gebäudebestand, der bundesweit rund 13 Millionen Einfamilienhäuser umfasst und enormes, bislang wenig genutztes Potenzial birgt. 🏘️🏙️🌱
Unter dem Titel „Vom bestehenden Einfamilienhaus-Gebiet zum Quartier mit Zukunft“ diskutieren Expertinnen und Experten, wie austauschbare Siedlungsstrukturen zu sozialen, identitätsstiftenden Quartieren weiterentwickelt werden können. Der Bewegte Donnerstag beleuchtet dabei nicht nur bauliche, sondern auch kulturelle Aspekte: Wie prägt das Einfamilienhaus die Alltagskultur – und welche Rolle kann es künftig in der Stadtgesellschaft übernehmen? 🏠📚💬
Die Podiumsgäste zeigen konkrete Gestaltungs- und Nutzungsansätze auf. Diskutiert werden Strategien wie das Umnutzen überdimensionierter Straßenräume und ungenutzter Vorgärten zu kommunikativen Zonen oder Orten für Sharing-Angebote. Auch gemeinschaftliche Selbstversorgung in Gartenzonen, neue Nutzungsmischungen durch Coworking-, Repair- und Reuse-Hubs sowie bauliche Weiterentwicklungen durch Teilen, Zusammenlegen, Anbauen und Nachverdichten stehen im Fokus. 🌿🚲🔧
Damit richtet sich die Veranstaltung an alle, die sich für lebenswerte Quartiere interessieren und praxiserprobte Ideen weiterdenken möchten. Der Austausch zwischen Fachleuten und Publikum ist dabei ausdrücklich erwünscht. Der Bewegte Donnerstag versteht sich als Diskussionsraum, in dem Zukunftsbilder konkret und greifbar werden. 🗣️🤝🏡
Auf dem Podium sitzt unter anderem Dr. Tobias Hammerl, Leiter des Freilandmuseums Oberpfalz. Er studierte Volkskunde, Geschichte, Kunstgeschichte und Schottische Ethnologie in Regensburg und Edinburgh, schloss 2005 mit einer Arbeit über das Bild Che Guevaras ab und wurde 2015 mit einer Studie zu „LEGO. Bausteine einer volkskundlichen Spielkulturforschung“ promoviert. Seit 2006 leitete er das Stadtmuseum Abensberg, seit 2020 steht er dem Freilandmuseum Oberpfalz vor und ist Lehrbeauftragter an der Universität Regensburg mit Schwerpunkt Wohnkultur des Ländlichen, Suburbanismus und Museologie. 🎓🏛️📖
Ebenfalls auf dem Podium: Sabine Reeh, leitende Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk. Sie verantwortet die Architekturfilmreihe „Traumhäuser“ und produziert für Arte Dokumentationen zu städtebaulichen Themen wie Innenstadtentwicklung, Nachverdichtung oder Bauen im Bestand. Zudem war sie beim BR für die Reihe „Dorfgeschichten“ zuständig und moderiert regelmäßig baupolitische Veranstaltungen. Ausgezeichnet wurde sie unter anderem mit dem Bayerischen Architekturpreis, dem Medienpreis der Bundesarchitektenkammer sowie dem BDA-Architekturkritik-Preis. 🎬🏗️🏆
Prof. Christian Moczala aus Dortmund ergänzt das Podium mit seiner fachlichen Perspektive. Die Moderation übernimmt Maria Horejschi vom architekturforum allgäu e. V., das als Kooperationspartner die Reihe mitträgt. 🎤📐🤍
Kartenreservierungen für den Bewegten Donnerstag im Kempten-Museum sind über das Online-Formular möglich sowie per Mail an museen@kempten.de oder telefonisch unter 0831/2525-7777. Damit bleibt die Teilnahme planbar und der Austausch im überschaubaren Rahmen. 📩📞📝
🔎 Wichtige Infos auf einen Blick
- 🏘️ Was? Podiumsdiskussion „Vom bestehenden Einfamilienhaus-Gebiet zum Quartier mit Zukunft“
- 📍 Wo? Kempten-Museum
- 🤝 Reihe: Bewegter Donnerstag
- 🏛️ Kooperation: architekturforum allgäu e. V.
- 👥 Podium: Dr. Tobias Hammerl, Prof. Christian Moczala, Sabine Reeh
- 🎤 Moderation: Maria Horejschi
- 🌿 Themen: Umnutzung von Freiräumen, gemeinschaftliche Versorgung, neue Nutzungsmischungen, Nachverdichtung
- 🎟️ Kartenreservierung: https://formulare.kempten.de/frontend-server/form/provide/14803/
- ✉️ E-Mail: museen@kempten.de
- 📞 Telefon: 0831/2525-7777
- Für diese Veranstaltung steht eine induktive Höranlage zur Verfügung.
Foto: Hermann Rupp
Das Einfamilienhaus, einst Symbol für den individuellen Traum vom Eigenheim, steht heute im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation. In einer Zeit, in der Ressourcenknappheit und Klimawandel die gesellschaftlichen Prioritäten verschieben, stellt sich die Frage: Wie können diese oft als isoliert wahrgenommenen Wohnformen in zukunftsfähige Quartiere transformiert werden? Die Veranstaltung im Kempten-Museum greift diese Fragestellung auf und bietet einen Raum, um über die Zukunft von Wohngebieten nachzudenken. Hierbei wird deutlich, dass der Umbau bestehender Einfamilienhausgebiete nicht nur eine bauliche, sondern vielmehr eine soziale Herausforderung darstellt. Die Möglichkeit, durch Umnutzung und Nachverdichtung neue Gemeinschaftsstrukturen zu schaffen, eröffnet Chancen für mehr sozialen Zusammenhalt und Identitätsbildung innerhalb der Stadtgesellschaft. 🏘️🌍
Gleichzeitig wirft die Diskussion Fragen nach der kulturellen Identität und dem Umgang mit gewachsenen Strukturen auf. Wie können wir den Charakter bestehender Siedlungen bewahren und gleichzeitig Raum für Innovation schaffen? Die Veranstaltung bietet eine Plattform, um diese komplexen Fragen zu diskutieren und innovative Ansätze zu präsentieren. Der Austausch zwischen Experten und Publikum fördert nicht nur das Verständnis für die Herausforderungen der Stadtplanung, sondern inspiriert auch zu einem neuen Denken über den Umgang mit unserem gebauten Erbe. In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Fragmentierung könnte dieser Dialog einen wichtigen Beitrag zur Schaffung resilienter und lebendiger Gemeinschaften leisten. 🤝💡