Le Kiff beim Tanzherbst in Kempten

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Was geschieht mit einem Körper, wenn Lust nicht als Gefühl dargestellt, sondern als physisches Phänomen untersucht wird? „Le Kiff“ von Les Schini’s geht dieser Frage am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 20 Uhr beim Tanzherbst im Großen Haus des Stadttheaters Kempten nach. Vier Tänzer erforschen Bewegung, Rhythmus, Dichte und Dynamik eines Zustands, der den Körper durchströmt, noch bevor er gedanklich erfasst wird. 💥

Le Kiff beim Tanzherbst in Kempten betrachtet Lust aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Das Stück will keinen inneren Zustand darstellen und auch keine Emotion verkörpern. Stattdessen wird der tanzende Körper zum Beobachtungsfeld: Wie nimmt Lust körperliche Form an? Welche Konturen und Rhythmen entwickelt sie, unter welchen Bedingungen entsteht sie und wodurch wird sie gestört?

Bewusst verwendet die Compagnie dafür den französischen Begriff „Kiff“ statt „Vergnügen“. Damit soll eine vorschnelle Verbindung mit Leichtigkeit, Freude oder rein körperlichem Genuss vermieden werden. Gemeint ist vielmehr ein direkter, instinktiver und sinnlicher Zustand, der beinahe euphorisch sein kann. Er setzt im Körper ein, bevor daraus ein klar formulierter Gedanke entsteht. 🌀

Diese körperliche Unmittelbarkeit bildet den Ausgangspunkt der Choreografie. Bewegung wird zum Instrument, mit dem sich das Phänomen beobachten und untersuchen lässt. Die Tänzer zeigen nicht, wie Vergnügen vermeintlich aussieht, sondern arbeiten mit seinen möglichen körperlichen Bedingungen und Folgen. Dadurch nähert sich die Veranstaltung ihrem Thema eher wie einer Studie als einer klassischen Erzählung.

Die Compagnie beschreibt diesen Ansatz als eine Art „Anatomie des Kiffs“. Untersucht wird gewissermaßen Vergnügen in Aktion: nicht statisch, sondern als etwas, das sich entwickelt, verändert, verdichtet oder wieder verschwindet. 🔎 Der Körper liefert dafür das Material. Tempo, Wiederholung, Spannung und Rhythmus können sichtbar machen, wie sich dieser Zustand aufbaut und welche Dynamik er entwickelt.

Auf der Bühne stehen Pauline Dixneuf, Julia Roberte, Valentin Lemaitre und Serena Hiebler-Galindo. Mit vier Körpern eröffnen sich unterschiedliche Möglichkeiten für diese choreografische Untersuchung. Individuelle Bewegung kann auf die Dynamik der Gruppe treffen, ein Rhythmus kann aufgenommen, unterbrochen oder verändert werden. So lässt sich das Thema nicht nur am einzelnen Körper, sondern auch in der Beziehung zwischen mehreren Tanzenden beobachten. 💃

Hinter „Le Kiff“ stehen Les Schini’s, Mélodie Cecchini und Gaëtan Boschini. Das Stück konzentriert sich auf eine körperliche Fragestellung und verzichtet bewusst darauf, Lust als eindeutig lesbare Emotion zu behandeln. Stattdessen interessieren ihre Erscheinungsformen: Konturen, Dichte und Rhythmen ebenso wie Bedingungen, Störungen und Folgen.

Gerade der Begriff der Störung erweitert den Blick. Ein körperlicher Zustand besteht nicht unabhängig von seiner Umgebung. Er kann entstehen und anwachsen, aber ebenso unterbrochen, verändert oder auf andere Körper übertragen werden. ⚡ Die Choreografie kann dadurch Wechsel und Brüche sichtbar machen, ohne daraus zwingend eine lineare Geschichte entwickeln zu müssen.

Für das Publikum entsteht eine andere Form der Beobachtung. Statt einer Handlung mit Figuren und festgelegten Rollen steht die Bewegung selbst im Zentrum. Körperliche Reaktionen, Wiederholungen und Veränderungen werden zum eigentlichen Gegenstand des Abends. „Le Kiff“ fragt damit auch, wie etwas wahrgenommen werden kann, das zunächst weder Sprache noch Erklärung benötigt.

Beim Tanzherbst in Kempten steht das Stück für eine experimentelle Perspektive auf zeitgenössischen Tanz. Der Körper dient nicht nur dazu, eine Geschichte oder ein Gefühl auszudrücken, sondern wird selbst zum Gegenstand einer Untersuchung. 🩰 Tanz macht einen abstrakten Zustand sichtbar und ermöglicht es, dessen unterschiedliche Erscheinungsformen unmittelbar im Raum zu verfolgen.

Der Ansatz von Les Schini’s bewegt sich dabei zwischen sinnlicher Erfahrung und genauer Beobachtung. „Le Kiff“ interessiert sich für den Moment, in dem ein körperlicher Impuls entsteht, ebenso wie für das, was anschließend daraus hervorgeht. Die vier Tänzer machen diese Veränderungen über ihre Bewegungen erfahrbar und entwickeln daraus eine gemeinsame choreografische Struktur. 🎭

Zu sehen ist „Le Kiff“ am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 20 Uhr im Großen Haus des Stadttheaters Kempten. Tickets kosten regulär 32 Euro, ermäßigte Karten sind für 7,50 Euro erhältlich. 🎟️ Damit setzt der Tanzherbst seinen Blick auf unterschiedliche Formen und Themen des zeitgenössischen Tanzes mit einer Arbeit fort, die sich ganz auf Körper, Bewegung und Wahrnehmung konzentriert.

„Le Kiff“ macht aus einem schwer greifbaren Zustand das Material für einen Tanzabend. Lust wird weder illustriert noch auf eine bestimmte Emotion reduziert, sondern in ihren körperlichen Dynamiken untersucht. Zwischen Instinkt, Rhythmus, Veränderung und Gruppendynamik entsteht so eine choreografische Studie darüber, was sich im Körper ereignet, bevor es sich eindeutig benennen lässt. ✨

🔎 Wichtige Infos auf einen Blick

  • 💥 Was? „Le Kiff“ von Les Schini’s
  • 🎭 Rahmen: Tanzherbst in Kempten
  • 📅 Wann? Donnerstag, 22. Oktober 2026
  • 🕗 Beginn: 20:00 Uhr
  • 📍 Wo? Stadttheater Kempten, Großes Haus
  • 🎟️ Tickets: 32,00 Euro | 7,50 Euro ermäßigt
  • 🩰 Team: Les Schini’s, Mélodie Cecchini und Gaëtan Boschini
  • 💃 Tänzer:innen: Pauline Dixneuf, Julia Roberte, Valentin Lemaitre und Serena Hiebler-Galindo
  • 🌀 Thema: Körperliche Erscheinungsformen und Dynamiken von Lust und „Kiff“
  • 🔎 Konzept: Eine choreografische „Anatomie des Kiffs“, beobachtet durch Bewegung
  • ℹ️ Webseite: https://www.lesschinis.com/
  • 📷 Foto: © Vitalis Neufeld
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Ort:
Theater in Kempten, Kempten