Verklärungen beim Tanzherbst in Kempten

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Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ bildet den musikalischen Ausgangspunkt für eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit Nähe, gesellschaftlichen Erwartungen und Empathie. „Verklärungen“ von Anna Chiara Görig und Reinier Martinez ist am Mittwoch, 21. Oktober 2026, um 20 Uhr beim Tanzherbst im TheaterOben des Stadttheaters Kempten zu sehen. Die Choreografie überträgt Motive des berühmten Streichsextetts in die Sprache des zeitgenössischen Tanzes und untersucht dabei insbesondere die Möglichkeiten des Partnerings. 🌙

Verklärungen beim Tanzherbst in Kempten orientiert sich an Arnold Schönbergs Streichsextett „Verklärte Nacht“ op. 4. Das Werk wiederum basiert auf dem gleichnamigen Gedicht von Richard Dehmel und zeichnet eine nächtliche Begegnung, in der innere Konflikte und zwischenmenschliche Beziehungen eine zentrale Rolle spielen. Görig und Martinez greifen diese Vorlage auf und entwickeln daraus eine eigene tänzerische Perspektive.

Die Szenerie führt gedanklich in einen kalten, vom Mond beschienenen Wald. Aus der Ferne ist das Echo einer Frauenstimme zu vernehmen, die ihre Unruhe zum Ausdruck bringt. 🌲 Diese nächtliche Landschaft dient nicht allein als atmosphärischer Hintergrund. Sie wird zum Raum, in dem gesellschaftliche Konventionen, persönliche Erwartungen und emotionale Belastungen aufeinandertreffen.

Im Mittelpunkt von „Verklärungen“ steht die Frage, welchen Einfluss solche Erwartungen auf menschliche Beziehungen haben. Was geschieht, wenn gesellschaftliche Normen zur Last werden? Und welche Veränderung wird möglich, wenn Menschen einander mit Mitgefühl und Empathie begegnen? Die Veranstaltung entwickelt diese Fragen nicht als gesprochenes Argument, sondern über Körper, Bewegung und die Beziehung zwischen den Tanzenden.

Dabei erhält das Partnering eine zentrale Bedeutung. Im zeitgenössischen Tanz beschreibt es die körperliche Zusammenarbeit zwischen zwei oder mehreren Tanzenden: Gewicht wird übernommen, Bewegung weitergeführt, Nähe hergestellt oder wieder aufgelöst. 🤝 In „Verklärungen“ wird diese Form der Bewegungssprache genutzt, um Beziehungen und ihre Veränderungen körperlich sichtbar zu machen.

Unterstützen und Loslassen, Tragen und Getragenwerden, Annäherung und Distanz können dabei unterschiedliche emotionale Zustände ausdrücken. Die Körper reagieren unmittelbar aufeinander und machen Abhängigkeiten ebenso sichtbar wie Vertrauen. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen der zwischenmenschlichen Ebene des zugrunde liegenden Stoffes und der konkreten Bewegung auf der Bühne.

Auch Schönbergs Komposition lebt von emotionalen Entwicklungen und Kontrasten. „Verklärte Nacht“ op. 4 folgt dem Gedicht Richard Dehmels und übersetzt dessen Handlung in ein programmatisches Musikwerk. Dunkle, zurückhaltende Passagen und intensive musikalische Entwicklungen zeichnen dabei sowohl die nächtliche Landschaft als auch die inneren Bewegungen der Figuren nach. 🎻

Anna Chiara Görig und Reinier Martinez knüpfen an diese Verbindung von Landschaft und Emotion an. Ihre zeitgenössische Adaption sucht nach Schnittstellen zwischen Tanzdramaturgie und Komposition. Musik und Bewegung stehen damit nicht unabhängig nebeneinander, sondern werden auf ihre strukturellen und erzählerischen Beziehungen hin untersucht.

Gerade darin liegt ein Schwerpunkt der Arbeit: Wie lassen sich musikalische Entwicklungen in Bewegung übertragen, ohne die Komposition lediglich körperlich nachzuzeichnen? Wie kann eine choreografische Beziehung entstehen, die eigene Bilder und Bedeutungen hervorbringt? 🎶 „Verklärungen“ nutzt Schönbergs Werk als Grundlage, entwickelt daraus jedoch eine eigenständige Bewegungssprache.

Die nächtliche Wanderung erhält dabei auch eine symbolische Ebene. Mit dem Wandel der Nacht verändert sich die Perspektive auf die Figuren und ihre Beziehungen. Belastungen, Unruhe und gesellschaftliche Erwartungen stehen der Möglichkeit gegenüber, durch Empathie einen anderen Umgang miteinander zu finden. Der Begriff der Verklärung verweist damit auf eine Veränderung, die sowohl emotional als auch zwischenmenschlich gedacht werden kann.

Beim Tanzherbst in Kempten fügt sich das Stück in einen Abend ein, der zeitgenössischen Tanz mit unterschiedlichen künstlerischen und gesellschaftlichen Fragestellungen verbindet. „Verklärungen“ konzentriert sich auf das Zusammenspiel von Musik, Dramaturgie und körperlicher Beziehung. Der kleinere Bühnenraum des TheaterOben schafft dafür einen unmittelbaren Rahmen. 🎭

Die Aufführung findet am Mittwoch, 21. Oktober 2026, um 20 Uhr im TheaterOben des Stadttheaters Kempten statt. Tickets kosten regulär 32 Euro, ermäßigte Karten sind für 7,50 Euro erhältlich. 🎟️ Damit ist „Verklärungen“ Teil des Tanzherbst-Programms an diesem Mittwochabend.

Aus einer musikalischen Vorlage des frühen 20. Jahrhunderts entwickeln Anna Chiara Görig und Reinier Martinez eine zeitgenössische Betrachtung menschlicher Beziehungen. Schönbergs Musik, Dehmels literarische Vorlage und die Möglichkeiten des Partnerings treffen dabei aufeinander. „Verklärungen“ richtet den Blick auf Belastung und Nähe, gesellschaftliche Erwartungen und die transformative Kraft von Mitgefühl – erzählt mit den Mitteln des Tanzes. ✨

🔎 Wichtige Infos auf einen Blick

  • 🌙 Was? „Verklärungen“ von Anna Chiara Görig und Reinier Martinez
  • 🎭 Rahmen: Tanzherbst in Kempten
  • 📅 Wann? Mittwoch, 21. Oktober 2026
  • 🕗 Beginn: 20:00 Uhr
  • 📍 Wo? Stadttheater Kempten, TheaterOben
  • 🎟️ Tickets: 32,00 Euro | 7,50 Euro ermäßigt
  • 💃 Künstler:innen: Anna Chiara Görig und Reinier Martinez
  • 🎻 Musikalische Grundlage: Arnold Schönberg – „Verklärte Nacht“ op. 4
  • 📖 Literarische Grundlage: Gleichnamiges Gedicht von Richard Dehmel
  • 🤝 Schwerpunkte: Partnering, Mitgefühl, Empathie, gesellschaftliche Erwartungen und menschliche Beziehungen
  • 🎶 Besonderheit: Interdisziplinäre Verbindung von Tanzdramaturgie und Komposition
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Ort:
Theater in Kempten, Kempten