Der Königsberger Forst bei Friesenried wird am Dienstag, 29. September 2026, zum Ort eines ungewöhnlichen Gesprächsformats. Von 17 bis 18:30 Uhr lädt „Sprechen und Zuhören“ dazu ein, die eigene Beziehung zum Wald wahrzunehmen und in Kleingruppen darüber zu sprechen. Treffpunkt beziehungsweise Veranstaltungsort ist der Vogellehrpfad Friesenried am Mühlweg.
Das Sprechen & Zuhören im Königsberger Forst folgt einer Methode, die ursprünglich vom Verein Mehr Demokratie e. V. für kontroverse Diskussionen entwickelt wurde. Allgäu FairNetzt hat das Format nach eigenen Angaben bereits bei einer Veranstaltung am Lech aufgegriffen. In Friesenried wird diese Erfahrung nun auf einen Wald und die persönliche Beziehung der Teilnehmenden zu diesem Naturraum übertragen.
Im Zentrum stehen zwei Fragen: „Wie geht es mir mit dem Naherholungsgebiet Königsberger Forst?“ und „Welche Beziehung habe ich mit dieser Natur?“ Statt einer klassischen Diskussion mit Argument und Gegenargument setzt die Veranstaltung auf Wahrnehmung, Zuhören und klar abgegrenzte Redezeiten. Die Teilnehmenden sollen Gedanken äußern können, ohne dass diese unmittelbar kommentiert oder bewertet werden.
Zu Beginn geht die Gruppe gemeinsam und still in den Wald. Dieser stille Anmarsch ist bereits Teil des Ablaufs und soll die Aufmerksamkeit auf die Umgebung lenken. Anschließend geben Impulsfragen Gelegenheit, sich mit der eigenen Beziehung zum Königsberger Forst auseinanderzusetzen.
Danach bilden sich Kleingruppen. In der Methode wird der Wald selbst als weiterer „Teilnehmer“ verstanden: Geräusche, Stille und andere Eindrücke der Umgebung werden bewusst in die Wahrnehmung einbezogen. Die Formulierung „Der Wald spricht zuerst“ beschreibt dabei den methodischen Ansatz, zunächst zuzuhören, bevor die Gesprächsrunden beginnen.
Vorgesehen sind drei Sprechrunden mit jeweils vier Minuten pro Person. Widerspruch und direkte Kommentierung werden bewusst vermieden. Dadurch unterscheidet sich das Format von einer Debatte, bei der Positionen unmittelbar aufeinanderprallen und Teilnehmende versuchen, andere von einer Sichtweise zu überzeugen.
Stattdessen soll mehrschichtig wahrgenommen werden – nach dem Konzept der Veranstalter mit Augen, Ohren und Haut. Der Wald wird dabei sowohl als Naherholungsgebiet als auch als natürliche Umgebung betrachtet, zu der Menschen unterschiedliche persönliche Beziehungen entwickeln können. Welche Gedanken daraus entstehen, bleibt den einzelnen Teilnehmenden überlassen.
Einen aktuellen Hintergrund erhält die Veranstaltung durch die Planungen für den Königsberger Forst. Dort soll nach dem derzeit bekannten Planungsstand der sogenannte „Sensor Süd“, ein Radar des Raketenabwehrsystems Arrow, errichtet werden. Über die Planungen sowie die damit verbundene öffentliche Debatte in Friesenried berichtete der Bayerische Rundfunk Anfang September 2026. BR.de
Das Gesprächsformat selbst ist jedoch nicht als klassische Informationsveranstaltung zur Radaranlage angekündigt. Im Mittelpunkt steht vielmehr die persönliche Wahrnehmung des Waldes und die Frage, welche Bedeutung das Gebiet für die einzelnen Teilnehmenden besitzt. Die Methode gibt dafür feste Gesprächsregeln und einen zeitlichen Rahmen vor.
Geleitet wird die Veranstaltung von Andrea Katz und Helmut Scheel. Als Veranstalter werden das Netzwerk Rechte der Natur e. V., Allgäu FairNetzt und Naturnase genannt. Allgäu FairNetzt ist ein Projekt der Gemeinwohl-Gesellschaft e. V.
Der Vogellehrpfad Friesenried am Mühlweg bildet den Ausgangspunkt für das rund eineinhalbstündige Treffen. Da ein gemeinsamer Weg in den Wald ausdrücklich zum Ablauf gehört, findet ein wesentlicher Teil der Veranstaltung in der Natur statt. Weitere Angaben zu Anmeldung, Kosten oder notwendiger Ausrüstung sind in der vorliegenden Ankündigung nicht enthalten.
🔎 Wichtige Infos auf einen Blick
- 🌲 Was? „Sprechen und Zuhören im Königsberger Forst: Der Natur eine Stimme geben“
- 📅 Wann? Dienstag, 29. September 2026
- 🕔 Uhrzeit: 17:00 bis 18:30 Uhr
- 📍 Wo? Vogellehrpfad Friesenried, Mühlweg, Friesenried
- 🤫 Beginn: gemeinsamer stiller Anmarsch in den Wald
- 💬 Ablauf: Impulsfragen und drei Sprechrunden mit jeweils vier Minuten pro Person
- 👥 Format: Gespräche in Kleingruppen ohne Widerspruch und Kommentierung
- 👂 Besonderheit: bewusste Wahrnehmung von Geräuschen, Stille und Umgebung
- 🌳 Thema: persönliche Beziehung zum Königsberger Forst und zur Natur
- 🎤 Leitung: Andrea Katz und Helmut Scheel
- 🤝 Veranstalter: Netzwerk Rechte der Natur e. V., Allgäu FairNetzt und Naturnase
- ✉️ Kontakt: info@allgaeu-fairnetzt.org