Stoppt die Deponie über dem Alpsee bei Immenstadt

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Im Bereich Weihergut bei Bühl am Alpsee soll eine großflächige Erdaushubdeponie entstehen: rund 5,68 Hektar Fläche, etwa 170.000 Kubikmeter nutzbares Deponievolumen, elf bis zwölf Jahre Laufzeit und täglicher Betrieb von 6 bis 20 Uhr. Beantragt hat das Vorhaben die RESULT Recycling GmbH & Co. KG aus Landsberg am Lech; zuständig für Verfahren und Entscheidung ist das Landratsamt Oberallgäu im laufenden Planfeststellungsverfahren.

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Die Bürgerinitiative „BI zum Erhalt der Alpsee Landschaft“ fordert Alternativen zur geplanten Deponie am Weihergut.

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Die Deponie ist nach den vorliegenden Unterlagen noch nicht genehmigt. Der Antrag liegt vor, die Unterlagen sind im Verfahren, und eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist erforderlich, weil erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen möglich sind. Genau deshalb darf dieses Vorhaben nicht als reine Aushubfrage kleingeredet werden.

Es geht um eine Landschaft, die aus Sicht der Bürgerinitiative und des BUND Naturschutz für Erholung, Artenvielfalt, Lebensräume und das gewachsene Umfeld am Alpsee steht. Betroffen wäre der Bereich Weihergut bei Bühl am Alpsee, nahe dem historisch geprägten Umfeld der Burgruinen Rothenfels und Hugofels. Der Widerstand kommt von der Bürgerinitiative, vom BUND Naturschutz und von vielen Menschen aus der Region.

Der BUND Naturschutz und die Bürgerinitiative benennen konkrete Risiken und befürchtete Folgen für Natur, Landschaft, Tiere, Boden, Erholung und Lebensqualität:

  • Dauerbelastung über mehr als ein Jahrzehnt: Geplant ist ein Deponiebetrieb über elf bis zwölf Jahre, täglich von 6 bis 20 Uhr. Pro Jahr sollen rund 15.000 Kubikmeter Bodenaushub abgelagert werden.
  • Großflächiger Eingriff: Das geplante Areal umfasst rund 5,68 Hektar, das nutzbare Deponievolumen liegt bei etwa 170.000 Kubikmetern.
  • LKW-Verkehr, Lärm und Staub: Die Bürgerinitiative warnt vor Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner, Natur und Erholung durch jahrelangen Betrieb und Transportverkehr.
  • Teilrodung und weniger Sichtschutz: Der BUND Naturschutz verweist auf eine bereits erfolgte Teilrodung. Dadurch könne der optische Baustellencharakter während der Betriebszeit über viele Jahre nicht mehr vollständig verdeckt werden.
  • Beeinträchtigtes Landschaftsbild: Laut BUND Naturschutz wäre der Einfluss auf das Landschaftsbild besonders während des Betriebs stark spürbar.
  • Risiken für Fledermäuse: Nach Angaben des BUND Naturschutz sind im Gebiet zwölf Fledermausarten potenziell möglich oder nachgewiesen. Besonders für dämmerungsaktive Arten seien negative Auswirkungen zu erwarten.
  • Risiken für Zauneidechsen: Der BUND Naturschutz sieht Beeinträchtigungen durch Vergrämung und Lebensraumverlust; die Tötung von Zauneidechsen könne aus seiner Sicht nicht ausgeschlossen werden.
  • Risiken für Amphibien: Der BUND Naturschutz verweist auf Amphibien, mögliche Wanderkorridore und mögliche negative Auswirkungen auf Frösche und Kröten während der Wanderzeiten.
  • Mögliches Vorkommen weiterer Arten: Auch das Vorkommen des Alpensalamanders und weiterer Arten hält der BUND Naturschutz im Plangebiet für möglich.
  • Belastung für den Boden: Der BUND Naturschutz warnt vor tiefgreifenden, langanhaltenden Umlagerungen, Austrocknung, Verfestigung und dem Verlust gewachsener Bodenstrukturen.
  • Risiko invasiver Pflanzen: Durch angelieferten Erdaushub können nach Einschätzung von Bürgerinitiative und BUND Naturschutz invasive Neophyten eingeschleppt werden.
  • Mögliche Folgekosten für Immenstadt: Falls invasive Pflanzen nach Betriebsende zurückgedrängt werden müssen, könnten laut BUND Naturschutz erhebliche Pflegemaßnahmen und Kosten auf die Stadt Immenstadt zukommen.
  • Zweifel an Ausgleichsmaßnahmen: Der BUND Naturschutz hält geplante Ausgleichsmaßnahmen im Bereich ohnehin nicht bewirtschafteter Nagelfluhfelsen für schwerlich ausreichend kompensierend.
  • Aus Sicht des BN ungeklärte frühere Ablagerungen: Der BUND Naturschutz spricht von einem früheren, aus seiner Sicht unkontrollierten und gegebenenfalls illegalen Deponiegeschehen im Bereich des geplanten Geländes und fordert Aufklärung vor einer neuen Deponietätigkeit.
  • Streit um die Alternativenprüfung: Laut Amtsblatt liegt eine Alternativenprüfung als Antragsunterlage vor. Der BUND Naturschutz kritisiert jedoch, dass aus seiner Sicht keine ausreichende beziehungsweise nachvollziehbare Alternativenprüfung stattgefunden habe.
Übersicht zum Bereich Weihergut bei Bühl am Alpsee

Die amtliche Bekanntmachung dokumentiert keinen Beschluss, sondern ein laufendes Verfahren. Das Landratsamt Oberallgäu ist für das Planfeststellungsverfahren zuständig und entscheidet nach Abschluss des Anhörungsverfahrens durch Planfeststellungsbeschluss.

Die Bürgerinitiative „BI zum Erhalt der Alpsee Landschaft“ fordert Alternativen. Ihre Petition richtet sich an den Bürgermeister und Stadtrat von Immenstadt sowie an das Landratsamt Oberallgäu. Die Petition hat bereits mehr als 2.000 Unterschriften gesammelt; das auf openPetition angezeigte Quorum im Landkreis Oberallgäu ist überschritten.

Unterstützung kommt auch vom BUND Naturschutz. Die Ortsgruppe Immenstadt und die Kreisgruppe Oberallgäu lehnen die geplante Erdaushubdeponie ab und halten das vorgesehene Gelände aus Gründen des Naturschutzes, Artenschutzes, Landschaftsschutzes und des Schutzes eines Erholungsgebietes für ungeeignet.

Landschaft im Bereich des geplanten Deponiegeländes am Weihergut

Zur Fairness gehört auch: Befürworter verweisen auf den Bedarf an Verfüllvolumen für regionale Baumaßnahmen und auf kürzere Transportwege. Bürgermeister Nico Sentner erklärte laut AllgäuHIT, es gehe um unbelastetes Bodenmaterial aus der Bauwirtschaft und nicht um Müll oder Schadstoffe. Genau deshalb muss die Frage umso genauer gestellt werden: Wenn Bedarf besteht, warum soll ausgerechnet dieser Standort am Weihergut die Antwort sein?

Politisch gefragt sind der Immenstädter Bürgermeister Nico Sentner und der Stadtrat, an die sich die Petition ausdrücklich richtet. Rechtlich zuständig für Verfahren und Entscheidung ist das Landratsamt Oberallgäu. Seit 1. Mai 2026 ist Christian Wilhelm Landrat des Landkreises Oberallgäu und steht an der Spitze der Kreisverwaltung.

Dieses Verfahren darf nicht im Amtsdeutsch versanden. Eine Deponie am Alpsee wäre kein abstrakter Verwaltungsakt, sondern ein Eingriff in eine Landschaft, die vielen Menschen etwas bedeutet: Einheimischen, Gästen, Familien, Wandernden, Naturschützerinnen und all jenen, die das Allgäu nicht nur nutzen, sondern bewahren wollen.

Jetzt braucht es Zusammenhalt über Parteigrenzen hinweg. Die Allgäuer Natur ist kein Nebenschauplatz. Sie ist Heimat, Lebensraum, Erholungsgrundlage und ein Versprechen an kommende Generationen. Wer Verantwortung trägt, muss Alternativen ernsthaft prüfen, die Öffentlichkeit sauber beteiligen und diesen Standort stoppen, solange das noch möglich ist.

Alpsee statt Deponie

Die Petition der Bürgerinitiative kann weiter unterschrieben und geteilt werden.

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Quellen

Amtliche Bekanntmachung der Stadt Immenstadt / Landratsamt Oberallgäu zur beantragten DK-0-Deponie am Weihergut: Amtsblatt Nr. 08/2026
Petition „Alpsee statt Deponie – BürgerInnen fordern Alternativen“: openPetition
BUND Naturschutz, Ortsgruppe Immenstadt / Kreisgruppe Oberallgäu: Erdaushubdeponie am Großen Alpsee
BUND Naturschutz zur geplanten Deponie im Naherholungsgebiet von Immenstadt: Stellungnahme des BUND Naturschutz
AllgäuHIT zur Diskussion um die Aushub-Deponie: Bericht von AllgäuHIT
Stadt Immenstadt zu Bürgermeister Nico Sentner: Stadt Immenstadt
Landratsamt Oberallgäu zu Landrat Christian Wilhelm: Landrat & Stellvertreter

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Ort:
Weihergut, Immenstadt